zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 14:22 Uhr

Revue : Frauen-Power mit reichlich Gags

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das Landestheater präsentierte mit „Heiße Zeiten“ einer Feuerwerk der guten Laune und Musik rund um das Thema „Midlife-Crisis“.

Vier nicht mehr ganz so junge Frauen ließen es am Sonntagabend in der Stadthalle krachen. In einer „Wechseljahre-Revue“ nahmen sie die Midlife-Crisis auf die Schippe, die sowohl Frauen als auch Männern blüht. Wie dieser eher ernste als ausgelassen heitere Lebensabschnitt bewältigt wird, das besang ein Damenquartett in einem „Hormonical“ und bereitete den Besuchern der Stadthalle zwei vergnüglich amüsante Stunden.

„Heiße Zeiten“ nannte der Autor Tilmann Blomberg dieser Revue. Das Attribut verhieß zwar einen Schuss Erotik, blieb jedoch weit diesseits der Schamgrenze und überließ ein Mehr an Erwartungen der Fantasie. Eingangs jedoch wurden die Protagonistinnen von einer Stimme aus dem Dunkel der Kulisse dergestalt geoutet, indem sie sie danach einteilte, wer kurz vorher Sex hatte, wer nicht oder wer schon lange nicht mehr.


Vier Frauen, vier Geschichten


Die Revue spielt im Terminal eines Airports, von dem gleich ein Jet in Richtung New York abheben soll. In der Halle begegnen sich vier einander unbekannte Frauen, die allerdings zweierlei mit einander gemein haben: das Reiseziel New York – und die Wechseljahre. Weil sich der Flug verzögert, ergibt sich die Gelegenheit, den Damen zu lauschen und „jede Menge“ über sie zu erfahren.

Zu allererst ist die Dame in Rot (Karin Winkler/54) zu erwähnen, eine sogenannte Karrierefrau, die auf Geschäftsreise ist und einen guten Deal zu machen hofft. Nur: Sie hat ihre Präsentationsunterlagen vergessen und hofft, dass ihr ihr Lover aus der Patsche hilft. Von der gut betuchten 57-jährigen Dame in Blau (Ingeborg Losch) – sie wird die „Vornehme“ genannt – geht zwar hochherrschaftliches Flair aus, doch zu Hause hat sie geradezu banale Probleme: Zoff mit ihrer Tochter und Ärger mit ihrem 89-jährigen Daddy, der aus dem Altersheim ausgebüxt ist.

Die Frau in Grün (Heidi Züger), eine stinknormale 55-jährige Hausfrau, hat den Amerika-Flug von ihren Kindern geschenkt bekommen. Damit ihr Mann daheim keinen Mangel leidet, hat sie vorgekocht und vorgesorgt. Sie fliegt zum ersten Mal. Die Sorge, dass daheim alles im Lot bleibt, fliegt mit. Wäre da noch die zierliche Nummer vier im gelben Pettycoat (Lisa Karlström), 42 Lenze jung, verlobt mit einem zeugungsunfähigen Partner und beseelt vom Wunsch, schwanger zu werden – und auf dem Weg in die Staaten, sich dort künstlich befruchten zu lassen.

Die Geschichten der vier Frauen werden von ihnen erzählt, gesungen und gespielt. Begleitet werden sie von einer Airport-Showband, die aus dem Hintergrund Rock, Pop, Schnulze, Klassiker und Evergreens liefert und den „Hormonrausch“ musikalisch schönt. Das Damenquartett begeistert gesanglich, zumal seine Mitglieder allesamt aus dem Genre des Musicals kommen und gestandene Profis sind.

Die Besucher erlebten einen amüsanten Abend – 120 Minuten Power mit reichlich Gags. Menschen, die Probleme mit besagtem Lebensabschnitt haben, machten sie Mut und sorgten für gute Laune. Lachen war an diesem Abend erwünscht. Und diesem Wunsch folgten die ansonsten eher coolen Nordfriesen sogar mehrfach auf offener Szene und spendeten den Künstlern am Ende der Vorstellung reichlich Applaus.

zur Startseite

von
erstellt am 11.Apr.2016 | 10:41 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen