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Nordfriesland Tageblatt

13. Dezember 2017 | 22:26 Uhr

Fotografische Reise durch Norddeutschland

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

von
erstellt am 05.Nov.2014 | 11:04 Uhr

Dieser Bildband dürfte nicht nur die Halligfriesen interessieren. Im Kölner Emons-Verlag, spezialisiert auf regionale Literatur, ist Anfang vergangenen Monats ein solcher Bildband des Hamburger Wanderfotografen Max Broders (1886-1974) erschienen. Unter dem Titel „Klaar Kimming“ wird auf 240 Seiten eine fotografische Reise durch Norddeutschland im frühen 20. Jahrhundert dokumentiert.

Vor dem Druck des Bildbandes bat der Verlag den Schriftsteller Jochen Missfeld (73) um ein Vorwort. Der in Stadum lebende Literat las in der Stadtbücherei aus seinen Zeilen, die nicht nur eine sorgfältige Recherche widerspiegelten, sondern den Wert der schwarzweißen Dokumentation aus einer Zeit, in der die Fotografie noch nicht aus den Kinderschuhen heraus war, noch aufwerteten. Im Fokus der von Missfeldt ausgewählten Fotomotive stand die Hallig Langeneß, die Max Broders „entdeckt“, in sein Herz geschlossen und sie nahezu akribisch genau schildert. Zu der Dokumentation des Lebens der Inselbewohner konnte sich der Fotograf nur auf den Sommer beschränken. Als Kaufmann in einer hanseatischen Reederei stand ihm nur der Urlaub für seine Wanderungen zur Verfügung. Gleichwohl ergab sich über die Jahre ein dennoch repräsentatives Porträt vom harten Leben der Halligfriesen.

Mit von der Partie bei der Premieren-Lesung in der Bücherei war Broders’ Sohn Volquard, der in Wedel lebt und die Kamera des Vaters mitbrachte. Max Broders hatte sie 1904 von seinem Lehrlingsgehalt erstanden: eine 9 x 12 cm Plattenkamera der Marke Voigtländer. Kamera und Stativ gehören auch zu seinem Gepäck, wenn er auf Tour ging. Denn: Zu seinen Leidenschaften gehörte neben der Fotografie auch das Wandern. Die Wanderlust hatte er von seinem Eiderstedter Elternhaus. Sein Vater war als Schlosser auf der Walz, die Mutter bei vornehmen Herrschaften als Köchin zu Diensten. Der Turn- und Wanderbewegung („raus aus der Stadt – rein in die Natur“) hatte sich Broders schon in jungen Jahren angeschlossen und war mit dabei, als der Wanderverein „Morgenrot“ gegründet wurde.

Broders, schilderte Missfeldt, war Nichtraucher und blieb Einzelgänger. Das fotografische Interesse hielt ihn von anderem fern, Neugierde und Fantasie dominierten. Er suchte die Natur und blieb dabei abseits der Spur der professionellen Fotografen. Und dann kam auch noch seine Lieblingshallig hinzu, ihre Menschen und deren Lebensweise. Max Broders schrieb auch, hielt Vorträge und notierte unter den Bildern, was er sah. Das erleichterte das Heben des fotografischen Schatzes, der nun in einem opulenten Band sichtbar – und im Buchhandel für 39,95 Euro zu haben ist.

Die Bekanntschaft mit dem hier weniger bekannten Fotografen ist nicht zuletzt auch dem Bücherdorf Ladelund, Gyde Köster und Bibliothekar Ronald Steiner zu verdanken, die mit ihrer Einladung in Stadtbücherei auf großes Interesse stießen.




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