zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

18. August 2017 | 01:48 Uhr

Ausstellung : Fotografierte Beobachtungen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Noch bis zum 1. Dezember stellt Antje Kirschberger ihre Naturfotos in der Kulturstation aus. Zu sehen sind Aufnahmen der heimischen Vogelwelt.

Dass Antje Kirschberger ihre Fotografien einheimischer Vögel derzeit in der Kulturstation Zollhäuser Rodenäs der Öffentlichkeit präsentiert, ist eigentlich nicht verwunderlich, wohnt sie doch nur wenige Minuten Fußweg entfernt mitten in der Natur. Hier ist sie von ihren gefiederten Freunden umgeben, die sie mit einer wahren Leidenschaft beobachtet und im Bild festhält. Ihre Fotografien haben selbst in Ornithologen-Kreisen große Beachtung gefunden und das Bedürfnis geweckt, mit der Vogelkennerin zusammenzuarbeiten. Durch ihre weit über ein Hobby hinausreichende Arbeit hat sie neue Erkenntnisse über das Verhalten einiger Vögel gewonnen und an die Wissenschaft weitergegeben.

Ihr Interesse für die Welt der Vögel wurde vor über 20 Jahren in Hamburg geweckt, als Antje Kirschberger mit ihrer ersten preiswert gebraucht erstandenen Kamera samt Teleobjektiv an einer Vogelbeobachtungsexkursion mit dem renommierten Ornithologen Dr. Einhard Bezzel teilnahm. Weit entfernt vom Weg sah sie einen Kuckuck auf einem Zaun sitzen, den sie fotografieren wollte. Die Fachleute lachten sie aus. „Bis Du da bist, ist der längst auf und davon.“ Antje näherte sich trotzdem dem Tier mit Kamera, Stativ und Küchenstuhl Schritt für Schritt. Der Kuckuck beobachtete sie genau, flog plötzlich davon und kehrte bald darauf mit einer Raupe im Schnabel zurück, die er genüsslich und ohne jede Scheu vor ihren Augen verspeiste. Es entstand eine unglaubliche Fotoserie, die um die ganze Welt ging. Selbst die Ornithologen hatten so etwas noch nie gesehen, denn ein Kuckuck sitzt in der Regel nicht auf Augenhöhe, sondern geschützt und kaum sichtbar weit oben im Geäst. Für Antje Kirschberger tat sich damit eine Tür auf. Ihre große Liebe zu den mehr oder weniger kleinen Himmelsstürmern ließ sie nicht mehr los. Heute arbeitet die Frau, die zunächst studiert, dann in Hamburg am Berliner Tor einen Blumenladen gekauft und 20 Jahre geführt hat, mit Wissenschaftlern und Tierfilmern zusammen. Das Wissen über das Verhalten so mancher Vogelart konnte durch sie revidiert werden.

Im Nordfriesland Tageblatt stieß die Vogelkundlerin auf einen Bericht über Waldohreulen in Niebüll, die sie noch am selben Tag fotografierte. Zusammen mit einem Fotofreund aus Weimar entstand ein Film, der die Fachwelt erneut zum Staunen brachte. Die Eulen hatten ihren sogenannten Speiballen nicht, wie sonst üblich, in hohem Bogen ausgespuckt, sondern ihn würgend einfach aus dem Schlund rutschen lassen. Fotos der Niebüller Eulen sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.

Antje Kirschberger verbringt viel Zeit damit, Vögel zu beobachten und zu fotografieren. Belohnt wird sie fast immer für ihre Geduld. Gelegentlich verhilft ihr aber auch der Zufall zu einzigartigen Aufnahmen, die in der Kulturstation Zollhäuser Rodenäs noch bis zum 1. Dezember während der Öffnungszeiten – im Oktober donnerstags bis sonntags und im November freitags bis sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr – bei freiem Eintritt zu sehen sind.

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 06.Okt.2013 | 17:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen