Förderung entfällt

Im Vorstand: Fenna Jülich, Heinz-Dieter Leipholz, Jean-Pierre Izdebski (vorne), Malte Rolfs und Dr. Herle Forbrich.
Im Vorstand: Fenna Jülich, Heinz-Dieter Leipholz, Jean-Pierre Izdebski (vorne), Malte Rolfs und Dr. Herle Forbrich.

Verein „Lecker Gemeindepartnerschaften“ bemängelt fehlende Finanzverantwortung

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29. Januar 2015, 14:18 Uhr

Die Arbeit im Verein „Lecker Gemeindepartnerschaften“ läuft langsam an. Im ersten Jahr seines Bestehens standen Orientierung, Findung und das Formulieren von Ideen im Vordergrund. „Was können wir, was dürfen wir? Das mussten wir erst einmal abklären“, erklärte Vorsitzende Fenna Jülich auf der ersten Jahresversammlung. Zweck und Ziel des Vereins ist es, Besuche von Gruppen und Einzelpersonen in den in- und ausländischen Partnergemeinden sowie Hilfstransporte, Transporte von Sachspenden oder Hilfsgüter zu fördern und zu organisieren. Besonderes Augenmerk wird auf die Jugendbegegnungen gelegt. In diesem Sinne initiierten Fenna Jülich und Sylvia Gregersen als Privatpersonen einen Besuch von zehn Jugendlichen aus dem polnischen Boleslawowo in Leck. Den größten finanziellen Batzen steuerten die Erlöse der Flohmärkte „Weiberkram“ bei, die Gemeinde gab eine Finanzspritze von 500 Euro. Die Organisatorinnen hoffen, dass der Verein diese Aktion weiterführen wird.

Unterstützt wurden zwei Delegationsreisen nach Polen und das Kommen sowie die Betreuung zweier Schüler der Landwirtschaftsschule in Boleslawowo. Die jungen Leute sammelten in ihren Praktika Erfahrungen in zwei landwirtschaftlichen Betrieben.

Mit zehn Familien und 19 Einzelpersonen hat der Verein bereits mehr Mitglieder als bei seiner Gründung (24). Auch das Konto lässt sich sehen: Beiträge, ein Zuschuss der Gemeinde, Spenden und der Kassenbestand, den die Transportgruppe Litauen übertragen hat, summierten sich und übertrafen die Ausgaben.

Unmut darüber, dass eine einst in Aussicht gestellte jährliche Förderung in Höhe von 3000 Euro von der Gemeinde jetzt doch nicht fließen soll, äußerte insbesondere Helmut Stauss. „Es kann nicht sein, dass wir als Verein keine Finanzverantwortung haben“, meinte er. Aktuell ist es so, dass Delegationen, die zum Beispiel in Lecks Partnerstadt Birstonas oder ins polnische Skarszewy mit seinem Stadtteil Boleslawowo reisen, einen Zuschussantrag an den Verein richten können. Der Vorstand soll den Bedarf ermitteln und seine Vorschläge der Politik vorlegen. Wie auf Nachfrage von Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn zu erfahren war, haben die Politiker diesen Förderungsposten in den Gemeindehaushalt 2015 eingestellt, sie wollen einen Blick auf die Vergabe und Höhe der Zuschüsse behalten und letztendlich entscheiden. Diese Vorgehensweise kritisierte die Vorsitzende Fenna Jülich: „Wir sind doch nicht die Handlanger.“ Die Vereinskasse sei gläsern, man könne jederzeit alles einsehen.

Nach nur einem Jahr hat es drei Wechsel im Vorstand gegeben: Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Dr. Herle Forbrich gewählt, die Kasse wird Jean-Pierre Izdebski führen, das Amt des Schriftführers übernahm Malte Rolfs.

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