Flugplatz Leck : Flugplatz: Kieler Minister kontern

reinhard meyer
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Der Planungsstillstand bei der Nachnutzung des Flugplatzgeländes bewegt landesweit die Gemüter

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11. Juli 2014, 05:00 Uhr

Der Ton wird schärfer. Jüngst bemängelte Lecks Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn den Stillstand in puncto Nachnutzung des ehemaligen Flugplatzes (wir berichteten). Ein Investor sei zwischenzeitlich abgesprungen, da die Entscheidung, was mit dem Gelände geschehen solle, weiterhin ausstehe. Nun aber melden sich gleich zwei Minister zu Wort, die sich deutlich gegen die Kritik aus Leck zur Wehr setzen. „Wir haben die einstweilige Sicherstellung auf ausdrücklichen Wunsch von Bürgermeister Langbehn und dem stellvertretenden Bürgermeister Scholz zurückgestellt, gerade um den Gemeinden Zeit zu geben, Konzepte zu entwickeln“, moniert Umweltminister Robert Habeck. „Offensichtlich haben der Bürgermeister und der stellvertretende ihre Meinung jetzt geändert.“

Dass Investoren verunsichert seien, liege nicht an Kiel. Habeck: „Ich habe mehrfach schriftlich zugesagt, dass die Sicherung wertvoller Naturschutzflächen keine Investitionen verhindern wird. Sollte es Investitionen geben, die weitere Flächen benötigen, werden wir diese aus den Naturschutzkulissen entlassen. Das wissen alle Beteiligten oder könnten es wissen. Wenn anderes behauptet wird, dann ist das falsch.“

Als Reaktion auf die Kritik will die Landesregierung nun in Kürze eine einstweilige Sicherstellung einleiten. Kiel macht deutlich, dass die Nutzung der Shelterfläche präferiert wird. Die Shelter abzureißen, könne mit Fördermitteln unterstützt werden, sodass eine Fläche von 40 Hektar Bauland verfügbar wird. „Dort kann sich Gewerbe ansiedeln – theoretisch schon morgen“, betont Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. Allerdings seien dafür verbindliche Konzepte für eine gewerbliche Nachnutzung zuzuleiten, um zu den Fördermöglichkeiten eine konkrete Aussage zu treffen. „Es ist notwendig, dass die Gemeinde ihre Vorstellungen präzisiert – aber mit realistischen Lösungen“, fordert Meyer auf, der in Aussicht stellte, dass bei einer positiven Gewerbeentwicklung bei Bedarf eine Aufhebung der Schutzstellung von Flächen peu à peu innerhalb weniger Monate möglich sei.

„Generell sind wir bei der ganzen Diskussion alles andere als zufrieden über den Umgang miteinander“, bemängelt Meyer. Das Land Schleswig-Holstein habe genau wie die Gemeinde ein großes Interesse an einer tragfähigen Nutzung des ehemaligen Flugplatzes. Meyer: „Und wir sind auch weiterhin gern bereit, Leck dabei zu unterstützen. Allerdings ist es jetzt an der Gemeinde, die notwendigen Entscheidungen zu treffen.“

Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn nahm die Kritik aus Kiel gestern mit Interesse zur Kenntnis. Langbehn: „Ich werde die politischen Gremien darüber informieren, und in den nächsten Tagen wird über den Sachstand beraten.“

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