Flughafengelände Leck : Flugplatz-Investoren verunsichert

Kommunalpolitiker kritisieren ausbleibende Entscheidung des Kieler Ministeriums für Landwirtschaft zur Nutzung des ehemaligen Flughafens

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09. Juli 2014, 05:00 Uhr

Können die Pläne der Gemeinde für die Nachnutzung des ehemaligen Flugplatzes zu den Akten gelegt werden? Ein solches Szenario befürchtet Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn. Weil in Kiel keine Entscheidungen fallen, drohen Investoren abzuspringen. „Damit gehen Leck potentielle Arbeitsplätze verloren“, monierte Langbehn auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung.

Die Gemeinde Leck plant, größere Flächen des Flugplatzgeländes als Gewerbepark zu nutzen und damit 1000 Arbeitsplätze zu schaffen. An dieser Realisierung arbeiten die Kommunalpolitiker schon lange und warten auf positive Signale aus den Ministerien. Nun flatterte dem Bürgermeister ein Schreiben eines infrage kommenden Investors auf den Tisch: Weil dessen wirtschaftlichen Interessen mit der derzeitigen Dauer der Entscheidungsfindung kollidiere, werde er von seinen Absichten Abstand nehmen.

Fakt ist: Es gibt derzeit noch keine Entscheidung aus dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume hinsichtlich der Frage, ob Teile des Flugplatzes unter Naturschutz gestellt werden sollen oder nicht. Offen ist ebenfalls die Frage der Altlasten auf dem Gelände. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat bisher keine Aussage zur Lastenfreiheit geäußert. Offen ist außerdem, inwieweit das Wirtschaftsministerium für dieses Projekt erforderliche Fördermöglichkeiten bietet.

Bei einem anschließenden Gespräch mit Bürgermeister Langbehn zeigte er insbesondere seinen Unmut darüber, dass Halligbauern beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume eine Anfrage nach geeignetem Weideland gestellt und diese ihren Fokus auf den Lecker Flugplatz gelegt haben. Ende August soll es in diesem Sinne eine Besichtigung geben.

Auf der Sitzung stellte Ingo Scholz (CDU) noch einmal klar: „Dass wir hier nicht weiterkommen, liegt nicht an der Gemeinde. In Kiel liegt noch kein Kabinettsbeschluss vor – nach dem Motto ’still ruht der See’“. Bürgervorsteher Andreas Deidert verzagte: „Man fühlt sich wie in einem Hamsterrad. Man rennt und rennt und kommt nicht voran!“

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