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Nordfriesland Tageblatt

20. August 2017 | 23:17 Uhr

Konzert : Flamenco-Klänge vom Feinsten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Viel Applaus gab es für das Gitarrenduo „Café del Mundo“ im Leck-Huus.

„Euer Beifall klingt wie der von 200 Leuten“, dankte Jan Pascal seinem enthusiastischem Publikum. Doch daran waren er und Alexander Kilian selbst Schuld: Als „Café del Mundo“ begeisterten die Flamenco-Gitarristen rund 50 Zuhörer im Leck-Huus. Die Verantwortlichen im alten Geesthardenhof sorgten sich am Sonnabendnachmittag, ob das Konzert wirklich über die Bühne gehen konnte: Das Gitarrenduo aus Baden-Württemberg stand im Stau auf der A 7. Dann ein Aufatmen: Fünf Minuten vor Einlass trudelten die Musiker ein, packten rasch ihr Equipment aus und waren bereit, die Nordlichter mit auf ihre musikalische Reise zu nehmen. Es ging nach Südamerika, dort, wo der Flamenco ebenso zu Hause ist wie im spanischen Malaga. Es ging auf den Balkan oder nach Arabien, dem Herkunftsland der Gitarre, wie Höhlenmalereien erzählen. Nicht in Bildern, sondern in Tönen beschrieben die Musiker beispielsweise einen Tag der Menschen unter heißer Sonne, beklagten die menschliche Einsamkeit, „malten“ einen Flusslauf, folgten dann dem Ruf nach Weite. Wenn die Gitarrenklänge nicht gewesen wären – man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Es war eine Musik, die das Publikum gefangen nahm. Gleich nach den ersten Stücken war klar: Jan Pascal und Alexander Kilian sind hochkarätige Musiker, die ihresgleichen suchen.


Eigenkompositionen und gecoverte Songs


Mehrfach preisgekrönt tourt das Duo durch viele Länder Europas und tritt in renommierten Konzerthallen auf. 130 Konzerte bestreitet es jährlich, war gerade in Karlsruhe und nun erstmals in Schleswig-Holstein. Die Kontakte sind übrigens durch „Quadro Nuevo“, die im September im Leck-Huus auftraten, entstanden. Eine gemeinsame Tour mit zwei Musikern dieses Ensembles und den Gitarristen steht bevor.

Das Duo lieferte Musik auf hohem Niveau ab. Ihr Können und ihre Leidenschaft für die Musik faszinierte und erstaunte gleichermaßen. Mit scheinbarer Leichtigkeit glitten die Finger der Musiker über die Gitarrensaiten. Bei rasanten und komplizierten Läufen stockte einem gar der Atem.

Natürlich beschränkten sich die Flamenco-Gitarristen nicht auf Flamenco-Klänge. Samba, Rumba, Bossanova, Jazz-Elemente, rockige Stücke – eben einen Cross-over-Mix schüttelten sie aus dem Handgelenk. Eigenkompositionen lösten sich ab mit gecoverten Songs, denen sie ihren Stempel aufdrückten. „Unsere Musik ist inspiriert von Gefühlen, von Liebe, Abschied, Tod und Trauer, und manchmal auch von kleinen Tieren“, leitete Jan Pascal beispielsweise über zum nächsten Stück: „Kleiner Vogel friss nicht den Maismehlkuchen“. Wie flexibel das Duo ist, bewies es bei einem Medley, in dem auf der Autofahrt gehörte Lieder spontan ihren Platz fanden, unter anderem eine völlig neue Intonierung von Strauß' „Blumenwalzer“ oder AC/DCs „Thunderstruck“. Manches Mal, so schien es, traten Pascal und Kilian mit ihrem Spiel in einen Wettstreit. Jeder gewann, und alles fügte sich doch so wunderbar zusammen zu einem Dialog der Gitarren.

Die Zuhörer dankten es ihnen. Sie schmetterten Bravorufe, pfiffen anerkennend und klatschten lauten Beifall. „Ihr müsst wiederkommen“, riefen sie den Ausnahmekünstlern ein ums andere Mal zu. Beeindruckt von dem Ambiente im Leck-Huus antwortete Jan Pascal: „Es hat Spaß gebracht, und wir haben uns über die persönliche Note hier gefreut. Gern fahren wir wieder nach Leck.“ Und versprochen ist versprochen.

 

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