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Ortsentwicklung : „Find’ dein Glück in Leck“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Neuer Slogan, neues Konzept, mehr Selbstbewusstsein: Der „Masterplan 2030“ der Gemeinde Leck wurde ausführlich im Rathaus präsentiert.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2017 | 10:00 Uhr

Ein Hauch von Euphorie lag in der Luft bei der öffentlichen Präsentation des Ortsentwicklungskonzepts im Lecker Rathaus. „Leck hat eigentlich alles, muss sich nur besser verkaufen“ – das ist ein wesentliches Ergebnis des „Masterplans 2030“, den Stadtplaner Martin Stepany am Mittwochabend vor rund 60 Interessierten erläuterte. „Find’ dein Glück in Leck“ heißt dann auch ein potenzieller, äußerst positiver Slogan für die zukünftige Präsentation der Gemeinde.

„Leck ist ein sehr kompakter Ort mit kurzen Wegen“, sagte Planer Stepany, sprach vom Ortskern als „gute Stube“ mit vielfältigem Angebot und wenig Leerstand, lobte die geplante Gewerbeansiedlung auf dem ehemaligen Flugplatz-Gelände und die Schaffung neuer Wohngebiete. Selbstverständlich mache der allgemeine demografische Trend nicht vor Leck halt: Der Anteil der älteren Menschen werde weiter wachsen – bei tendenziell weniger Einwohnern. Stepany: „Das muss man beachten, besonders, was Ärzte- und Pflegeangebote betrifft.“ Aber auch junge Menschen müssten versorgt sein: „Das Schul- und Kita-Angebot ist gut. Das muss man allerdings auf dem Kieker haben, damit das so bleibt.“

Hervorragend versorgt ist Leck laut Konzept mit Naturschönheiten. Hier lautet die Handlungsempfehlung: mit den besonderen, vielfältigen Naturräumen prahlen, statt sie als selbstverständlich hinnehmen. Lecker Au, Mühlenstrom und Langenberger Forst trügen maßgeblich zur Attraktivität der Gemeinde bei. Allerdings: „Der Langenberger Forst liegt zum großen Teil auf unserem Gemeindegrund. Trotzdem wirbt Niebüll deutlich mehr damit als wir“, bekannte Lecks Bürgermeister Andreas Deidert selbstkritisch. Stepany empfahl dringend, die guten Möglichkeiten für Freizeit- und Naturerlebnisse zur Marke zu machen. Das regte zu weiteren Ideen aus dem Publikum an: „Warum gibt es in Leck eigentlich kein Freibad?“, fragte eine Einwohnerin, ein Bürger wollte wissen: „Warum werben wir eigentlich nicht offensiver damit, dass Leck ein Luftkurort ist?“ Immerhin koste diese Zertifizierung die Gemeinde alle paar Jahre gutes Geld.

„Neue Imagebildung“ – das ist dem Masterplan 2030 zufolge essenziell. Dazu gehören laut Planer sowohl die Identifikation mit dem Ort als auch die Imagebildung nach außen, um den Tourismus anzukurbeln. Leck werde wohl nie der ultimative Urlaubsort werden, aber eine hohe Lebens- und Versorgungsqualität könne nach außen strahlen. Das gelte auch für die umliegenden Gemeinden. Stepany: „Leck soll das Zentrum der Karrharde und für das Umland attraktiv sein.“ Einer möglichen Reaktivierung der Bahnstrecke Niebüll-Flensburg könne Leck nicht zustimmen: „Das würde eine Zerschneidung des Ortes bedeuten.“

Konkretes Entwicklungspotenzial sieht der Planer unter anderem bei der „ausbaufähigen“ Gastronomie, auch seien die Übernachtungsangebote teilweise nicht zeitgemäß. Und bei noch einem Punkt herrscht laut Stepany grundlegender Handlungsbedarf in der Gemeinde: „Es mangelt an der Kommunikation untereinander.“ Es habe sich während der Entwicklung des Konzepts immer wieder gezeigt, dass die unterschiedlichen Träger im Ort einander gar nicht kannten. Abhilfe schaffen sollen regelmäßige runde Tische, um die Akteure der Bereiche wie Tourismus, Gewerbe, Medizin oder Gastronomie besser zu vernetzen. Auch, dass die Gemeindemanagerin Sabine Schwarz seit dem 1. Januar als Vollzeitkraft eingestellt ist, ist Teil der Umsetzung des Konzepts.

Ein Leitbild gehört auch dazu: „Vielleicht heißt es ,Find’ dein Glück in Leck‘, vielleicht heißt es auch anders. Damit haben wir bei der Konzepterstellung herumgespielt, und eigentlich gefiel es uns ganz gut“, erläuterte Stepany. Als Bild dient ein stilisierter Vierklee, bei dem jedes Blatt für einen Bereich steht, nämlich „Wirtschaft mitten im Norden“, „Wohnen für jeden Geschmack“, „Schönes Leben mit allem Drum und Dran“ und „Freizeit und Erholung mit und in der Natur“.

Bürgermeister Deidert animierte die Anwesenden, selbst zum positiven Image beizutragen: „Wir können den Rücken gerade machen und stolz auf unseren Ort sein. Ich betrachte das Konzept als Arbeitsauftrag für Bürgermeister, Gemeindemanagerin, Bauhof, Politik und Verwaltung.“ Bürgervorsteherin Sabine Detert ergänzte: „Das ist definitiv etwas, das nicht in der Schublade verschwinden wird. Wir wissen, was wir an unserem Ort haben.“ Beide forderten die Bürger ausdrücklich auf, mit Ideen und Anregungen auf die Vertreter der Gemeinde zuzugehen. Das Ortsentwicklungskonzept werde in Kürze auf der Homepage der Gemeinde zugänglich sein.

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