Filmclub: Die totale Überwachung der NSA

Platz 6: Edward Snowden (31)
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Platz 6: Edward Snowden (31)

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04. Mai 2015, 10:33 Uhr

Morgen im Ecks-Kino Niebüll: Unter dem Decknamen Citizenfour hatte Anfang 2013 Edward Snowden (Foto), ehemaliger Mitarbeiter der NSA (Nationale Sicherheitsbehörde der USA) mit verschlüsselten E-Mails Kontakt mit der Journalistin und Dokumentarfilmerin Laura Poitras aufgenommen. Es kommt zu einem geheimen Treffen in einem Hotel in Hongkong, an dem neben Snowden und Poitras auch Ewen MacAskill (Geheimdienstreporter des Guardian) und Glenn Greenwald (Journalist und Rechtsanalt von Laura Poitras) teilnehmen. Sie verbringen acht Tage in diesem Hotel, aus Gründen der Geheimhaltung in wechselnden Zimmern. Aufnahmen dieser Tage bilden die Basis des Dokumentarfilms „Citizenfour“ (2014) von Laura Poitras. Alle Szenen im Film sind original, nichts ist nachgestellt.

Der Film ist nicht spannend im klassischen Sinne, aber die Fakten und Indizien, die im Verlauf der Gespräche über die Abhör- und Überwachungspraktiken der USA und ihrer Verbündeten offengelegt werden, sind atemberaubend. Das ungemütliche und lähmende Gefühl unter ständiger Beobachtung zu stehen, teilt sich dem Zuschauer mit. „I am not the story here“, sagt Snowden. Ihm geht es allein um die Sache. Er riskiert Verfolgung und Gefängnis, „weil das nicht so schwer wiege, wie die Einschränkung seiner geistigen Freiheit“. (Süddeutsche Zeitung) Laura Poitras: „Ich mache keine Filme, um eine politische Botschaft unter die Leute zu bringen. Mich interessieren in erster Linie die menschlichen Konsequenzen des NSA-Skandals – und die Tragik eines Mannes, der sich einer größeren Sache opfert.“

Neben der deutschen ist es vor allem die internationale Presse – New York Times, The Guardian, die britische BBC und andere – die den Film positiv bewerten. Citizenfour erhielt 2014 den Oscar für die beste Dokumentation. Der Film wird am Mittwoch, 6. Mai, 20 Uhr, in Ecks Kino gezeigt. 



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