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Zeitgeschichte auf er Leinwand : Film über das Leben an der Grenze

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Filmemacher Martin Tiefensee zeigt seinen neuen Film „Damals am Ruttebüller See“ im Charlottenhof und dokumentiert damit Dorfgeschichte

Filmische Zeitreise durch die Geschichte der Grenzregion: Am Sonntag, 26. Oktober, wird der aus Husum stammende Filmemacher Martin Tiefensee seinen Film „Damals am Ruttebüller See“ im Charlottenhof in Klanxbüll vorführen und zeigt mit dieser kulturhistorischen Filmdokumentation das Leben am Ruttebüller See. Gezeigt wird die deutsche Version, fünfsprachig mit Untertiteln.

In Tiefensees Film kommen etliche Zeitzeugen zu Wort: Die ältesten Akteure der filmischen Dokumentation über die deutsch-dänische Grenzregion am Ruttebüller See sind zwischen 70 und 90 Jahren alt. Und sie erinnern sich noch an Zeiten, als die Menschen dort vom Reethandel, vom Schneiden und Flechten der Binsen, vom Fischfang und vom Bootsbau lebten. Und an ein Leben mit einer Grenze, wie es so heute nicht mehr vorstellbar ist. Die Grenzlinie halbierte nicht nur die Dorfstraße und den Ruttebüller See, sondern sie trennte auch ganze Familien. 94 Jahre ist es mittlerweile her, dass die neue Grenze durch eine Volksabstimmung für die nördlichen Bereiche Schleswigs festgelegt wurde. Der Versailler Vertrag, der das Ende des ersten Weltkrieges auch völkerrechtlich besiegeln sollte, hatte dies so vorgeschrieben. Trotz vieler Widrigkeiten aber meisterten die Menschen die oft schwierigen Situationen, meist gemeinsam über den Grenzzaun hinweg. Auch Anwohner Thomas Nielsen, dessen Bauernhof auf dänischer Seite direkt an den See grenzt, hat die Geschichte der Teilung verinnerlicht. „Noch bis in die 50er hatten einige Leute hier ein gestörtes Verhältnis zueinander. Doch über die Jahre sind hier natürlich ebenfalls deutsch-dänische Freundschaften gewachsen“, so Nielsen. Auch beinahe ausgestorbenes Handwerk ist heute noch am Ruttebüller See zu Hause: Der Rentner ist nach eigenem Bekunden der Einzige, der noch die traditionelle Binsenflechterei beherrscht. Über Jahrzehnte dienten Reet und Binsen den ansässigen Bauern als Rohstoff. In Thomas Nielsens Scheune lässt sich diese seltene Kunst noch besichtigen. Auch ihn hat Filmemacher Martin Tiefensee in seiner Dokumentation verewigt.

Der Film dokumentiert die bewegenden Geschichten der Bewohner und zeigt Bilder einer einmaligen, ehemals amphibischen Landschaft, die besonders durch den Maler Emil Nolde weltbekannt wurde.

Dieser Film ist ein grenzübergreifendes Kultur-Dialog-Projekt (D/DK) in Zusammenarbeit mit dem Museum Sønderjylland Kulturhistorie Tønder, dem Nordfriisk Instituut Bredstedt und dem Volkskundemuseum der Stiftung Schleswig-Holsteinisches Landesmuseen Schloss Gottorf. Fachlich unterstützt wurde die Dokumentation unter anderem von der Nolde Stiftung Seebüll.

Zu diesem Projekt – und das nicht nur für Einheimische – öffnet der Charlottenhof am Sonntag, 26. Oktober , wieder seine Türen. Wie bei jedem Kultur-Kaffee gibt es vorab die Möglichkeit, Kaffee und Torten zu genießen. Einlass hierfür ist ab 14.30 Uhr, Beginn des Filmes ist ab 15.30 Uhr. Um Anmeldung unter der Telefonnummer 04668/92100 wird gebeten.

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