Brandschutz-Bund : Feuerwehr-Fusion in Dagebüll

Der Vorstand der neuen Dagebüller Gemeindewehr; vorne Sönke Peter Petersen (M.) mit Johannes Andresen und Klaus Jessen (r.).
Der Vorstand der neuen Dagebüller Gemeindewehr; vorne Sönke Peter Petersen (M.) mit Johannes Andresen und Klaus Jessen (r.).

Gemeindewehrführer der neuen Organisation ist Hauptbrandmeister Sönke Peter Petersen. Die neue Feuerwache wird am 7. Februar offiziell eröffnet.

shz.de von
19. Januar 2015, 10:30 Uhr

Seit Jahresbeginn 2015 gibt es in der Gemeinde Dagebüll nur noch eine Feuerwehr. Die drei Ortswehren Dagebüll, Fahrtoft und Waygaard wurden aufgelöst und vereinigten sich unter dem Namen „Freiwillige Feuerwehr Dagebüll“ zu einer gemeinsamen Gemeindewehr. Die Gründungsversammlung fand am Freitag im „Gemeindehaus Hans Momsen“ statt, an dem bereits eine neue Feuerwache errichtet wurde, die am 7. Februar mit einem „Richt- und Dichtfest“ offiziell eingeweiht werden soll.

Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung, an der zwei Drittel der jetzt 63 Einsatzkräfte teilnahmen, standen die Wahlen für die neue Gemeindewehr. Neuer Gemeindewehrführer wurde Hauptbrandmeister Sönke Peter Petersen (61), der dieses Amt im bisherigen Konstrukt der Dagebüller Wehren auch schon innehatte. Zu seinen Stellvertretern wurden Johannes Andresen und Klaus Jessen gewählt. Die weiteren Ämter im Vorstand der Feuerwehr Dagebüll: Gruppenführer 1 bis 4 wurden Bernd Jannsen, Lewe Petersen, Jens Ingwersen, Karl-Ludwig Neumann; Schatzmeister ist Johann-Friedrich Petersen, Schriftführer Sönke Plöhn, Gerätewart Thomas Sibbersen, Sicherheitsbeauftragter Marten Ketelsen und Leiter der Reserve Christian Paulsen. Die geheim abgehaltenen Wahlen erfolgten überwiegend einstimmig – ein Anzeichen guter Vorbereitung. In offener Wahl wurden Stellvertreter und Funktionsträger wie Atemschutz- und Funkwart gewählt.

Den 63 Einsatzkräften gehören sechs Frauen an. Hinzu kommen 19 Ehrenmitglieder und ein Feuerwehrkamerad mit Doppelmitgliedschaft. Im Einvernehmen mit dem Landesfeuerwehrverband gilt als Gründungsdatum der neuen Freiwilligen Feuerwehr Dagebüll das der ältesten Wehr. Das ist das der 1889 gegründeten alten Feuerwehr Dagebüll. Die Wehren Fahretoft und Waygaard erreichten ein Alter von je 81 Jahren.

Die Fusion der drei Wehren zeichnete sich seit geraumer Zeit ab. Zur Entscheidung zu nur einer Wehr führten unter anderem der Personalmangel und der demografische Wandel: Viele der Einsatzkräfte gehen ihrem Beruf in entfernten Orten nach, sodass sie bei Tageseinsätzen nicht verfügbar sind. Auch mache der demografische Wandel die personelle Zukunft nicht gerade sicher, erklärte Wehrführer Petersen. Zudem ergäben sich bei nur einer statt drei Feuerwehren nicht von der Hand zu weisende Vorteile für den Feuerschutzträger Gemeinde, meinte Bürgermeister Hans-Jürgen Ingwersen, selbst Feuerwehrmann im Range eines Löschmeisters.

Für die Zukunft des Brandschutzes hat die Gemeinde bereits Vorleistungen erbracht. So errichtete sie als Anbau ans Gemeindehaus Hans Momsen ein Feuerwehrgerätehaus mit zwei Fahrzeugboxen. Die Kosten dafür bezifferte der Bürgermeister mit 230  000 Euro. Der Bau macht das Fahretofter Gerätehaus entbehrlich, in absehbarer Zeit auch das in Waygaard, während das Gerätehaus im Ortsteil Dagebüll-Kirche bestehen bleiben soll – wegen der Nähe zum Hafen, wie es heißt, wo den Dagebüller Einsatzkräften auch die Brandbekämpfung auf den Fähren der WDR obliegt, die dort festgemacht haben.

Mittelfristig muss sich die Gemeinde auch Gedanken über die Erneuerung der Feuerwehrfahrzeuge machen. Das Dagebüller LF 8/6 ist 20, das Waygaarder TSF 26 und die beiden (gebraucht gekauften) Fahretofter Fahrzeuge, ein TLF 8/18 und TSF, je 40 Jahre alt. „Es kommt einiges auf uns zu“, sagt Bürgermeister Ingwersen, Oberhaupt einer Gemeinde, auf die erhebliche finanzielle Belastungen zukommen und die jeden Euro bitter nötig hat. Mit der Fusion der drei Wehren ist erst einmal ein zukunftsweisender Schritt getan.

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