"Nahdenken statt Inschenken" : Feste feiern - aber ohne Koma-Saufen

Staatssekretär Heinz Maurus (links) und  Vertreter der Organisatoren  der Aktion 'Nahdenken statt Inschenken' mit  den ersten Preisträgern  von den drei  Jugendzentren Bredstedt, Langenhorn und Breklum. (Volkert Bandixen)
Staatssekretär Heinz Maurus (links) und Vertreter der Organisatoren der Aktion "Nahdenken statt Inschenken" mit den ersten Preisträgern von den drei Jugendzentren Bredstedt, Langenhorn und Breklum. (Volkert Bandixen)

Die Aktion hat das Ziel, Alkoholmissbrauch bei Festen durch Kinder und Jugendliche zu verhindern. Gute Ideen der Umsetzung prämierte gestern Staatssekretär Heinz Maurus.

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09. Juli 2008, 09:04 Uhr

Husum | Das Konzept der Landesregierung gegen übermäßigen Alkoholkonsum von Jugendlichen auf Festen und Partys soll ausgeweitet werden. "Jugendschutz steht bei uns im Mittelpunkt. Daher bin ich froh über den Schulterschluss der Landesregierung mit vielen Partnern in der Aktion ,Fun statt Vollrausch - Schleswig-Holstein feiert richtig. Es soll nicht weniger, sondern altersgerecht gefeiert werden", sagte Staatssekretär Heinz Maurus gestern Abend bei der Preisverleihung eines Wettbewerbs zur Alkohol-Prävention im Husumer Haus der Jugend. Der Leiter der Staatskanzlei hatte für den Ministerpräsidenten in die Bresche springen müssen, der ursprünglich die Preisverleihung vornehmen wollte.

Dieser Wettbewerb ist Bestandteil der Aktion "Nahdenken statt Inschenken", die gemeinsam vom Kreis Nordfriesland, der Polizeidirektion Husum und dem Diakonischen Werk Husum initiiert worden ist. Im vergangenen Jahr hatten Kreis, Polizei, Kommunen und Zeltfest-Betreiber gemeinsam Maßnahmen gegen den ausufernden Alkoholkonsum Jugendlicher bei Zelt- und Koppelfeten unternommen. Die Folge, so die Erfahrungen der Ordnungshüter: Eine friedlichere Stimmung auf den Festen, eine sehr gute Resonanz bei Besuchern und Veranstaltern sowie weniger alkoholbedingte Einsätze der Polizei.

"Dieser Erfolg hat uns ermuntert, den nächsten Schritt zu tun, blickte jetzt der Leiter der Husumer Polizeidirektion, Hans-Peter Johannsen, zurück. Gemeinsam mit dem Jugendamt, der Dehoga, der AOK, der Diakonie, den Schulen, Eltern, Kindern, Lehrern und den Ordnungsämtern wurden Präventionsmöglichkeiten gegen den zunehmenden Alkoholmissbrauch durch Kinder und Jugendliche entwickelt. Der Hintergrund: "Mehr als 80 Prozent aller 14- bis 15-Jährigen haben bereits Erfahrungen mit Alkohol. Fast die Hälfte davon muss als in ihrem Konsumverhalten gefährdet oder stark gefährdet angesehen werden", so Peter Raben aus dem Amt für Jugend, Soziales, Arbeit und Gesundheit des Kreises Nordfriesland.

Die erste konkrete Maßnahme war nun der Ideenwettbewerb zum besseren Umgang mit Alkohol unter dem Motto "Saufen, Flatrate -Zechen = Koma!?" Aufgefordert waren Schüler, Mitglieder in Jugendgruppen, Vereinen oder Verbänden im Alter von zwölf bis 25 Jahren, sich zu beteiligen, berichtete der Präventionsbeauftragte der Polizei, Wolfgang Friedrichsen.

"Wir müssen auf Prävention setzen und dürfen nicht erst warten, bis der Kelch in den Brunnen gefallen ist", forderte Heinz Maurus bei der Preisvergabe. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung in einer Klinik kommen, habe sich bundesweit in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Bei dieser dramatischen Entwicklung müssten Konsequenzen gezogen werden. Der Wettbewerb in Nordfriesland zeige, dass man bei der Alkoholprävention auch auf die guten Ideen vieler Jugendlicher setzen könne.
The winner is...

Die ersten Preise beim Wettbewerb zur Alkohol-Prävention gingen in Höhe von 500 Euro an die Jugendzentren Bredstedt, Langenhorn und Breklum, die ein Rockfestival mit Talkrunde zu Suchtfragen und einen Kicker-Wettkampf veranstaltet hatten, an das Jugendzentrum Niebüll in Höhe von 450 Euro für Musik videos zum Umgang mit Alkohol sowie ein Segeltörn auf der "Ronja" an "Reizverschluss Ostenfeld", ein Jungentreff, der das Spiel "Alkopoly" entwickelt hatte geht auf Segeltörn.
Die weiteren Preisträger sind der Mädchentreff Ostenfeld für seine Postkarten, Jims Bar aus St. Peter-Ording mit gleichnamigem Projekt und der evangelische Kreisjugendtag Husum-Bredstedt mit dem "Projekt ohne Namen" auf CD. Die Kirchengemeinde Emmelsbüll ist mit dem Gottesdienst für Nachkonfirmanden vertreten, die Realschule Nord Husum mit einer Projektwoche im DVD-Format und Rantrum mit Bildern. Die Rektor-Siemonsen-Schule Husum klärte mit einem Theaterstück auf, das Jugendzentrum Bredstedt mit "Doppel plus Ungut" auf CD und die Musikgruppe 24 Strings mit Beitrag "Pour Mourner" im selben Format. Die Ferdinand-Tönnies-Schule Husum setzte das Thema auf Collagen um. Aus Bredstedt wurde eine Bild-Collage eingereicht. Die meisten bekamen Geld für ihre Beiträge. Die beiden Letztgenannten erhielten Kinokarten.

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