Enge-Sande : Ferienkinder hoben ab

'Per pedes' unterwegs im Barfußgarten.
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"Per pedes" unterwegs im Barfußgarten.

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22. August 2008, 10:41 Uhr

Enge-Sande | Das kleine Motorflugzeug landete gerade noch rechtzeitig auf dem Lecker Flughafen der Sportflieger, bevor der Himmel seine Schleusen öffnete und es in Strömen goss. Nach knapp zehn Minuten war der Spuk vorbei, so dass der Pilot der Lecker Sportfluggruppe, Leve Kühl, mit den restlichen sechs Kindern einer 20-köpfigen "Schnupper-Gruppe" noch zwei Mal durchstarten konnte.

Die Mädchen und Jungen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren gehörten zu den 39 Teilnehmern, die einer Einladung des Nordfriesischen Vereins zu den "Ferien für Daheimgebliebene" gefolgt waren. Die Kinder verleben zurzeit fünf Tage mit einem bunten Programm, zu dem auch der Besuch bei den Sportfliegern gehörte. Da immer nur drei von ihnen pro Flug dabeisein konnten, wurde die Gruppe aufgeteilt. Eine Hälfte durfte fliegen, die andere im Nolde-Museum unter fachkundiger Anleitung malen. Am nächsten Tag sollte getauscht werden, doch das Wetter machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Das Programm sah als Alternative einen Besuch im Barfußgarten in Neukirchen vor, bei dem die Mädchen und Jungen auch viel Spaß hatten.
Angstbewältigung durch "Dauerquasseln"
"Ich fand den Flug mit dem Motorflugzeug total toll", schwärmte die 12-jährige Rike Lorenzen aus Enge-Sande. Zum ersten Mal betrachtete sie die Welt von oben. Ein bisschen kribbelig im Bauch sei es schon gewesen, gestand das Mädchen. Auch Bente Ingwersen (11 Jahre) und ihre drei Jahre jüngere Schwester Merle aus Schardebüll hatten an dem 15-minütigen Flug ihren Spaß. Merle bekam ihre Angst durch "Dauerquasseln" in den Griff. "Dass macht sie immer so", erklärte die Schwester.

Der Pilot steuerte seine jungen Fluggäste auf Wunsch über ihre Heimatdörfer. "Wir waren über 300 Meter hoch", sagte der zehnjährige Momme Thiesen aus Enge-Sande. "Dass ich unser Haus gesehen habe, war das Beste." Der zehnjährigen Kira Paulsen aus Enge-Sande wurde ein bisschen schlecht: "Ich bin zum ersten Mal geflogen."
Bewährtes Helferteam
Das Programm der Kinder- und Jugendfreizeit begann am ersten Vormittag mit Basteln und Spielen im Sportlerheim des TSV Enge, das Ausgangspunkt war für die Aktivitäten. Sechs Betreuerinnen standen zur Verfügung: Telse Friedrichsen-Ertzinger, Jessica Zemke, Frauke Thiesen, Janine Petersen, Beate Lucht und Maren Petersen. Um die Kinder bei den Ausflügen schnell erkennen zu könnnen, wurden zu Beginn der fröhlichen Ferienfreizeit weiße Baseballkappen verteilt, die von den Mädchen und Jungen farblich individuell bemalt wurden. Im Sportlerheim wurde auch, bis auf eine Ausnahme, zu Mittag gegessen. Silke Schütt, Mutter eines der Kinder, lud die Gruppe zum Spaghettiessen zu sich nach Hause ein. Am ersten Nachmittag stand eine Abenteuer-Rallye im Langenberger Forst auf dem Programm. An den Stationen mussten kleinere Aufgaben gelöst werden.

Da bei den Freizeiten des Nordfriesischen Vereins, die aus Bundesmitteln über den Friesenrat bezuschusst werden, immer auch zur Förderung der Sprache friesisch gesprochen wird, waren die Texte der Aufgaben zweisprachig abgedruckt. Wer konnte, beantwortete die Fragen auf friesisch.

Heute steht ein Besuch der Seehundstation in Friedrichskoog an, bei dem die Kinder vieles über die Aufzucht der Heuler erfahren. Mit einer Abschluss-Vorführung für Eltern und Angehörigen - auf dem Programm stehen eine Foto-Präsentation der Unternehmungen und Grillen - klingen die spannenden Ferientage im Sportlerheim aus.

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