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Oldtimer im Einsatz : Feldarbeit wie anno dazumal

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Um die alte Technik auszuprobieren, setzte der Risum-Lindholmer Hauke Nahnsen seinen historischen „Claas SF“ zur Ernte ein

Er liebt alte Vehikel: Autos, Trecker und Maschinen. Beim Blättern in einer Oldtimer–Zeitung entdeckte er einen Mähdrescher vom Typ Claas SF, der in der Nähe von Augsburg auf einen Liebhaber wartete. „Nichts wie hin“, sagte sich der Risum-Lindholmer Hauke Nahnsen. Der 33-jährige Landmaschinenmechanikermeister wohnt im Ortsteil Maasbüll Ouern Dik und verdient sein Brot bei Uwe Asmussen in Stedesand.

„Ich weiß nicht, wie ich dazu gekommen bin, mich für alte Technik zu interessieren.“ Er meint, es liege ihm einfach so im Blut. Schon als Junge war er von vielem, was sich bewegt, fasziniert. Das mag auch den Ausschlag für seine Berufswahl gegeben haben. Zu den Stars seiner Sammlung gehörten vor dem Kauf des Mähdreschers bereits zwei legendäre Fahrzeuge: ein Lanz Bulldog (Baujahr 1940), der mithilfe einer Lötlampe auf Start-Temperatur gebracht werden musste, ferner ein VW-Käfer aus dem Jahr 1952, erkennbar unter anderem am zweigeteilten Heckfenster – und spürbar am Zwischengas beim Schalten.

Der „Claas SF“ als neuer Star unter den Oldies von Hauke Hansen ist insoweit eine Besonderheit, als er zur ersten Generation landwirtschaftlicher Maschinen gehört, die die maschinelle Getreideernte zu revolutionieren begannen. Das Kürzel SF steht für selbstfahrend. Waren es bisher „gezogene“ Mähdrescher, so stellte der Maschinenbauer und Firmengründer August Claas 1952 zu seinem 65. Geburtstag den ersten Selbstfahrer vor, der ein Jahr später als „Claas SF“ auf den Markt kam und auf Anhieb Aufmerksamkeit fand. Mit einer Arbeitsbreite von 4,20 Metern war er in einer Vielzahl von Erntebedingungen einsetzbar und konnte außer in den klassischen Getreidearten auch zur Bergung von Erbsen, Raps, Mais, Klee und Gräsern eingesetzt werden. Der erste Claas-Selbstfahrer wurde zum Grundstein für die Weiterentwicklung nachfolgender Mähdreschermodelle. Angetrieben wurde er von einem auch bei Claas entwickelten 60-PS-Diesel.

Hauke Nahnsen fand seinen Selbstfahrer (Baujahr 1963) in einem gut erhaltenen Zustand vor. Er holte ihn 2008 ab. Seither wurde er sowohl in der Ernte eingesetzt als auch bei Ausstellungen und verschiedenen Anlässen vorgestellt – unter anderem in Nörten-Hardenberg und im bayerischen Giebelstadt.

Aktuell war der historische Selbstfahrer am Wochenende im Gotteskoog auf einem vier Hektar großen Weizenschlag von Landwirt Jan Thomas Petersen zu sehen. „Er lief wieder wie geschmiert“, lobte Hauke Nahnsen seinen Oldie, der die Fläche binnen knapp fünf Stunden vom Halm hatte. Mit dieser Leistung hat sich der Oldie auch sein künftiges Quartier verdient. Hauke Nahnsen darf seinen Claas SF in der Zukunft bei Landwirt Jan Thomas Petersen in der Scheune unterstellen.

 

 

 

 

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erstellt am 08.Aug.2014 | 05:30 Uhr

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