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Nordfriesland Tageblatt

18. August 2017 | 05:27 Uhr

Nolde Stiftung : Fasziniert von der Vielfalt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Dr. Astrid Becker ist die neue stellvertretende Direktorin der Nolde Stiftung Seebüll und schwärmt von der „Einheit von Kunst und Leben“.

Seit Anfang März hat Dr. Christian Ring eine weitere Frau an seiner Seite, die ihn in der Nolde Stiftung Seebüll unterstützt: Dr. Astrid Becker übernimmt im Verwaltungsteam der Stiftung die Position als stellvertretende Direktorin, die bis zur Ernennung als Direktor am 21. September 2013 noch von Ring selbst besetzt war.

Dr. Astrid Becker ist promovierte Kunsthistorikerin und war zuvor in der Kunsthalle Bremen tätig, wo sie zuletzt die Ausstellung: „Sylvette, Sylvette, Sylvette – Picasso und das Modell“ gemeinsam mit dem Direktor Prof. Dr. Christoph Grunenberg kuratierte.

Schon früh sei sie vom Expressionismus und der Brücke, einer expressionistischen Künstlergruppe, fasziniert gewesen, erzählt die 42-jährige Kölnerin. Und bei diesem Thema komme zwangsläufig niemand um Emil Nolde herum. „Der Expressionismus begeistert mich besonders, weil er ein starkes Sendungsbewusstsein der Künstler und eine historische Umbruchsituation widerspiegelt. Die Jugend suchte Gleichgesinnte, um gemeinsam gegen das Althergebrachte aufzubegehren“, erzählt Astrid Becker. Eigentlich sei der Expressionismus eine Jugendbewegung, in der Emil Nolde aufgrund seines Alters immer etwas hervorstach. „Nolde war gut zehn Jahre älter, als die anderen Künstler. Er hatte sich, anders als bei den Brücke-Künstlern, die tendenziell aus dem bürgerlichen Milieu stammten, erst spät dazu entschieden, Berufsmaler zu werden.“

Astrid Becker ist während des Erzählens eindeutig in ihrem Element und es wird schnell deutlich, warum sie sich entschlossen hatte, sich für die vakante Stelle in der Nolde Stiftung zu bewerben. Die Vielfalt, die die Stiftung biete, sei das Faszinierendste an der neuen Arbeitsstelle. Nicht auf eine Gattung festgelegt zu sein, denn neben der Kunst gibt es den Garten des Künstlers und sein ehemaliges Wohnhaus. „Es ist großartig, Teil dieser Einheit von Kunst und Leben, von einem Gesamtkunstwerk zu sein“, schwärmt die stellvertretende Direktorin. In dem großen Archiv gebe es noch viel über den Künstler Emil Nolde zu entdecken und sie freue sich auf ihre neue Herausforderung.

Neben der Unterstützung des Direktors in seinen Tätigkeiten wird Astrid Becker hauptsächlich für die Betreuung der Sammlung, die Ausstellungen und die Publikationen verantwortlich sein. Dazu gehören Reisen in der ganzen Republik. Langeweile kommt dabei sicher nicht auf, auch nicht an den Wochenenden. „Mein Lebensgefährte lebt im Rhein-Main-Gebiet und wir wechseln uns mit dem Pendeln ab“, gibt Astrid Becker einen kleinen Einblick in ihr Privatleben.

Das Leben hier in Südtondern bringe für sie neben der vielfältigen Arbeitsstelle noch weitere Vorteile. Zum Beispiel einen eigenen Garten, in dem sie einen Gegenpol zur Arbeit findet, in der Aufgaben punktgenau abgeliefert werden müssen. Oder die Ruhe, die genug Raum lässt, um sich zu regenerieren und neue Kreativität zu wecken sowie die Nähe zu Sylt, die sie vor allem in den Sommermonaten ausnutzen möchte.

„In welches Dorf es mich hier in Südtondern zieht, vermag ich noch nicht zu sagen“, berichtet die stellvertretende Direktorin, die derzeit in der Nähe der Stiftung wohnt. Aber in Einem ist sich Astrid Becker sicher: In ihrer Position in der Nolde Stiftung möchte sie gerne langfristig tätig sein.

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erstellt am 08.Mai.2014 | 10:00 Uhr

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