Ökumene-Projekt : Farbenfroher Besuch aus Ostafrika

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Acht Ordensschwestern aus der Republik Uganda waren zu Besuch in Südtondern

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14. Juni 2014, 05:30 Uhr

Die Kirchengemeinden Neugalmsbüll-Emmelsbüll und Horsbüll standen zwei Tage im Zeichen eines seltenen Besuchs. Acht afrikanische Ordensschwestern, begleitet von Reverend Gosbert Mutasobya, waren Gäste der Kommunen, die ein ökumenisches Projekt in der ostafrikanischen Republik Uganda unterstützen.

Maßgeblich beteiligt an dem Projekt ist Pfarrer i. R. Günter Hirt. Der katholische Geistliche aus Badischen lebt seit seiner Pensionierung 2005 in Horsbüll. In der Uganda-Hilfe ist er seit 1986 aktiv – und am „Revival-Home“ (Lebenshaus), seinem besonderen Anliegen, seit 2004. Mithilfe der beiden Kirchengemeinden und dem Vorsitzenden des Kirchengemeinderats Rolf Wiegand kam dieser Zwischenstopp in Nordfriesland zustande, der ganz im Zeichen eines herzlichen Miteinanders stand.

Zu dem Projekt: Das Lebenshaus ist in Zusammenarbeit mit der Projekthilfe Uganda und dem Stiftungsfonds „pro missio“ entstanden und steht unter der Trägerschaft der „Bannabikira-Daugthers of Mary“, einem vor 120 Jahren von Engländern gegründeten Orden. Das Haus befindet sich in der Nähe eines Buschkrankenhauses und einer Kinderstation, in der die Jüngsten zwar eine medizinische Versorgung bekommen, danach aber wieder auf sich allein gestellt sind. Das Lebenshaus setzt auf Nachhaltigkeit – und, genau gesagt, auf das Leben der Kinder, die sonst vor einer menschenunwürdigen Zukunft stünden. Es bietet den Kindern einen geschützten Raum, in dem sie sich seelisch und körperlich erholen können. Pfarrer Hirt berichte von einem Jungen, „den keiner wollte“ und von Sister Judith, die mithilfe des Ordens eine Schule besuchen, eine Ausbildung absolvieren und bis zur Ordens-Sister aufsteigen konnte.

Pfarrer Hirt, häufiger Gast in dem im ostafrikanischen Busch westlich des Viktoiria-Sees gelegenen Masaka: „Was wir dort machen, machen wir nicht für sie, sondern das machen wir mit ihnen.“ Unter diesem Motto stand auch der Deutschlandbesuch der Sisters, die sich in mehreren Einrichtungen über das Know How nachhaltiger Selbsthilfe informierten. Die überwiegend jungen Frauen, die Maria, Marie-Beatrix und Assumpta heißen, boten ihren deutschen Freunden aber auch Einblicke in ihre Kultur.

Was Pfarrer Hirt schilderte, untermalten sie mit Gesang, Tanz, Gestik und den Rhythmen der Buschtrommeln. Die Lieder sangen sie entweder in „amtlichem“ Englisch oder in einer der 43 im Lande gesprochenen Sprachen. Auch die Sisters lieben es in ihrem Outfit bunt – mal in der Tracht ihres Ordens, mal in der ihrer Region – oder auch geschmückt mit ihrer seit 1962 wehenden Landesfahne.

Am Mittwoch wurde die Gruppe im Landjugendheim Neugalmsbüll empfangen, von Pastor Claus Walter Christen begrüßt, mit Kaffee, Tee und Kuchen bewirtet und herzlich willkommen geheißen. Keineswegs müde von der langen Reise gaben sie auch bereits Kostproben aus ihrem folkloristischen Repertoire. Highlight des Besuchs der afrikanischen Ordensschwestern war der Abend in der Rimberti-Kirche Emmelsbüll, gemeinsam gestaltet von ihnen und Birgit Deussings Chören „Joyful Voices“ und „Joyful Kids“. Die „Musikalische Begegnung mit Uganda“ – so das Motto des Abends – wurde zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Mal der große, mal der kleine Chor, mal alle gemeinsam – und auch das von allen gesungene „Kumbaya“:, Spirituals, Gospels und „kirchliche Folks“ unterstrichen die Bedeutung einer gelebten Ökumene. Auf der einen Seite Zuwendung und Hilfe, auf der anderen Zeichen des Dankes. Abend und Begegnung klangen aus mit Segen und Vaterunser – und im Bewusstsein, liebenswerte Botschafter eines afrikanischen Landes erlebt zu haben.

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