zur Navigation springen

Narzissenfest : Fanpost für geballte Blütenpracht

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Heute beginnt auf dem Hof Hilligenbohl im Kleiseerkoog das Narzissenfest. Die Vorbereitungen beschäftigen die Organisatorinnen ganzjährig.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 09:00 Uhr

Musik, Kunsthandwerk und natürlich Tausende von Narzissenblüten: Auf dem Hof Hilligenbohl startet heute das Narzissenfest. Gastgeberin Ute Kirchner und ihre Tochter Dunja Kirchner berichten im Interview unter anderem, warum manche Besucher am liebsten gleich zum Spaten greifen würden.

 

Was sind Ihre Lieblingsblumen?

Ute Kirchner: Natürlich Narzissen. Ich liebe aber auch Tulpen, besonders die Züchtungen wie Papagaientulpen. Leider mögen die auch andere: Wühlmäuse fressen die Zwiebeln an, und von oben fressen die Rehe die Blüten ab. Das haben wir selbst erlebt, angefangen haben wir nämlich mit Tulpen.

War das auch ein Grund, in Ihrem großen Garten Narzissen anzupflanzen?
Ute Kirchner: Es stimmt leider nicht, dass Narzissen Wühlmäuse vertreiben. Aber: Wühlmäuse fressen keine Narzissenzwiebeln, weil die giftig sind.

Dunja Kirchner: Fragt man in Deutschland nach der Lieblingsblume, hört man oft: Rose. Narzissen verbindet man nur mit Ostern. In England, Australien oder Amerika ist das ganz anders, da wird die Narzisse richtig gefeiert. Aber das machen wir hier ja auch.

Wann und wie ist die Idee für das Narzissenfest entstanden?
Ute Kirchner: Ungefähr vor 17, 18 Jahren. Wir haben früher Gartenmöbel hergestellt und auch einen Katalogversand gehabt, Gartenbedarf sowie Tulpen- und Narzissenzwiebeln vertrieben. Was nicht verkauft wurde, haben wir dann in den Garten gepflanzt. Inzwischen haben wir über 100 Narzissen-Sorten.

Dunja Kirchner: Anfangs war es nur eine jährliche Verkaufsveranstaltung. Das Narzissenfest in seiner jetzigen Form, das alle Sinne ansprechen und kreativ inspirieren soll, besteht erst seit 2001. Ursprung war ein Lichterfest, das einen traurigen Hintergrund hat: Als meine Tochter gestorben ist, haben wir im ganzen Garten Lichterketten aufgehängt und gemeinsam mit Freunden Licht und Kraft geschöpft. Das hat uns damals sehr über eine schwere Zeit geholfen, und daraus hat sich das jährliche Fest entwickelt, das immer größer und bunter geworden ist.

 

Wie viele Stunden verwenden Sie ungefähr auf die Fest-Vorbereitung?
Ute Kirchner: Das können wir beim besten Willen nicht sagen! Im September bekommen wir neue Zwiebeln und bieten sie auch zum Verkauf an.

Dunja Kirchner: Im November gehen dann die Vorbereitungen für das Narzissenfest los. Eigentlich sind wir das ganze Jahr über damit beschäftigt, schauen nach neuen Ausstellern, überlegen, was wir machen und anbieten können.
In Ihrem Garten gibt es mehr als 100 000 Narzissenzwiebeln – haben Sie die alle selbst gesetzt?

Ute Kirchner: Natürlich, wer sonst.

 

Woher bekommen Sie die neuen Narzissensorten?

Ute Kirchner: Wir bekommen Zwiebeln zum Beispiel aus England geliefert, schauen auch viel im Internet.

Dunja Kirchner: Wir fahren auch auf Messen und lassen uns inspirieren. Außerdem planen wir eine Reise nach Holland. Leider können wir nie zur Blütezeit hinfahren – dann haben wir hier Narzissenfest.

Ihre Tochter Dunja ist Gartenarchitektin. Hatten Sie da Ihren grünen Daumen im Spiel?

Ute Kirchner: Ich selbst hatte eigentlich nie einen grünen Daumen. Meine Mutter wohl, deren Rasen war aber mit der Nagelschere geschnitten. Das hat mich etwas abgeschreckt. Als wir dann aber hierhergezogen sind, hat sich das geändert.

Dunja Kirchner: Dieser Garten hat mich schon immer inspiriert, und meine Berufswahl hat natürlich damit zu tun.

Was war das schönste Kompliment, das Sie je für Ihre Veranstaltung bekommen haben?

Ute Kirchner: Gerade neulich habe ich einen ganz lieben Brief bekommen. Wir erhalten manchmal richtige Fanpost. Einmal wurde ich gefragt, ob es denn schon eine Biografie von mir gebe (lacht).

Dunja Kirchner: Wenn sich unsere Gäste und Aussteller wohlfühlen, dann sind wir auch zufrieden. Manche Besucher wollen allerdings nicht verstehen, dass sie zurzeit die Zwiebeln nicht mitnehmen können: Pflanzzeit ist im Herbst. Einige würden sie am liebsten trotzdem gleich ausgraben.

Falls es regnet: Haben Sie Leih-Gummistiefel für Ihre Gäste?

Ute Kirchner (lacht): Nein, aber das wäre eine lustige Idee.

Dunja Kirchner: Wir haben schon jedes Wetter gehabt, sogar Schnee. Aber in diesem Jahr haben wir gutes Wetter bestellt: Es soll sonnig und warm werden.


25. bis 27. April, 11 bis 18 Uhr, Hof Hilligenbohl, Norderster Weg 7, Kleiseerkoog/Galmsbüll










zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert