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Fachkräftemangel: „Entscheidend ist die Qualifikation der Schulabgänger“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2016 | 14:26 Uhr

Auf Einladung der FDP Nordfriesland kam der Leiter der Flensburger Agentur für Arbeit, Hans-Martin Rump, in den Klixbüller Dörpscampus. Nach einleitenden Worten vom FDP-Kreisvorsitzenden Berthold Brodersen kam der Vorsitzende der Geschäftsführung zur Sache. Der Arbeitsmarkt sei robust, eine hinreichende Qualifikation junger Menschen biete eine Versicherung gegen die demographische Entwicklung, Arbeit gebe es genug. Die Digialisierung habe in Nordfriesland noch Nachholbedarf, so Hans Martin Rump. Er bezeichnete das „Handwerk und den Mittelstand insgesamt als starkes Rückgrat der Region.“ Alles spreche dafür, dass die Region überwiegend aus sich selbst heraus ihren Fachkräftebedarf decken müsse.

Entscheidend sei die Qualifikation der Schulabgänger. „Hier haben wir ein Defizit, viele junge Menschen haben nach der Schule keine Ausbildung begonnen. Wir haben rund 530 Jugendliche in Nordfriesland, die eine Ausbildung gesucht und nicht gefunden haben. Wir brauchen perspektivisch jeden Jugendlichen, denn in vielen Branchen herrscht Fachkräftebedarf“, sagte Rump.

Fachkräfte sind dem Leiter der Flensburger Agentur für Arbeit zufolge die Basis jedes Unternehmens: „Sie sichern die Wettbewerbsfähigkeit und gewährleisten eine hohe Qualität der Arbeitsergebnisse.“ Die Bedeutung einer Berufsausbildung verdeutlicht Rump an einem statistischen Beispiel: „Im Rahmen des Erwerbslebens verdient ein Gelernter 250  000 Euro mehr als ein Ungelernter.“ Die Betriebe wollen sich noch stärker als bisher auf Projekte zum Übergang von der Schule auf den Beruf konzentrieren.

Die Agentur für Arbeit ist durchaus kreativ: Die Assistierte Ausbildung steht allen Jugendlichen offen, die unter 25 Jahre alt sind und Probleme dabei haben, eine Ausbildungsstelle zu finden oder zu halten. Sie können sich an die Berufsberater in der Arbeitsagentur vor Ort wenden. Besonders viele freie Ausbildungsstellen gibt es laut Rump auf dem Festland und auf den Inseln noch für angehende Köche, Restaurant- und Hotelfachangestellte, Verkaufskräfte und Steuerfachangestellte. In der lebendigen Diskussion ging es unter anderem um die Ausbildung der Flüchtlinge. Die Integration von Flüchtlingen biete weiterhin Chancen. „Doch eine komplette Integration dauert inklusive Spracherwerb fünf Jahre“, meinte Hans-Martin Rump.

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