Schimmelreiter & Co. : Fabelhafte Theatervorstellung

Der Schimmelreiter war auch dabei.
Der Schimmelreiter war auch dabei.

Sagen und Fabeln dienten den Schülern der Neukirchener Emil-Nolde-Schule als Grundlage für ihre Aufführung.

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05. November 2018, 17:11 Uhr

Ein eindrucksvolles Tanztheater mit Maskenspiel zu einer Neuinterpretation bekannter Fabeln und Sagen präsentierten die Schüler der beiden siebten Klassen der Emil-Nolde-Schule Neukirchen bei insgesamt drei Aufführungen in der Aula. In zwei unterschiedlichen Workshops hatten sie sich hierfür zuvor künstlerisch mit Menschen, Tieren und Monstern aus Fabel und Sage auseinander gesetzt.

Dabei entstanden im ersten Workshop unter der Anleitung der beiden schon früher in Neukirchen weilenden Puppenspieler und Maskenbauer Mona und Niels Damkjaer aus dem dänischen Hadersleben an je zwei Schultagen ganz „fabelhafte“ und „sagenhafte“ Gesichtsmasken und Kostüme. Der nächste Workshop über fünf Projekttage schloss sich dann gleich nach den Herbstferien unter der Leitung der bekannten Diplom-Choreographin und Tanzpädagogin Stele Korljan aus Flensburg an. Hier ging es überwiegend um die tanztheatrale Umsetzung der Geschichten. Dabei wurden aus bekannten Fabeln und Sagen mit all ihrer Wahrheit in Bezug auf die heutige Welt eine eigene Geschichte konzipiert.

„Es ist ein lehrreicher Stoff, um die Jugendlichen für den Umgang mit den Ressourcen zu sensibilisieren,“ so Stela Korljan. Durch das Auftreten im Tanztheater in Kostümen aus Plastikmüll bekam die Handlung einen erweiterten, tiefer liegenden Sinn mit einem aktuellen Bezug. Nämlich die Gefährdung der Meere in aller Welt durch die starke Erwärmung, Übersäuerung, Überfischung und den immer größer werdenden Eintrag von Plastikmüll. Die Sage von Rungholt wurde als Atlantis der heutigen Welt dargestellt.

Der anspruchsvolle Inhalt war nicht immer leicht zu verarbeiten. Aber die Jugendlichen konnten sie in ihren eigenen interkulturellen Begabungen und Kompetenzen entdecken, zeigen und auch weiter entwickeln.

„Es war insgesamt ein außerordentlich lehrreicher Stoff, der sehr viel Wahrheiten und Botschaften beinhaltete, besonders in ökologischer Hinsicht,“ so Stela Korljan. Nach dem Prolog mit Vorstellung aller Fabeln folgten sieben verschiedenen Szenen in drei Kreisen, wo nur getanzt und gespielt, aber kein Wort gesprochen wurde. Eine überaus passende musikalische Begleitung sorgte für zusätzliche Dramaturgie. Die Szenen begannen im Traummeer, wo alles noch zauberhaft war. Dann folgte das Meer und die Umwelt, wo schon Bedrohungen erschienen. Der dritte Kreis zeigte das Meer und die Katastrophe, wo der Schimmelreiter den Untergang der Welt andeutete sowie die Seemonster einen Freudentanz aufführten und zu einer riesigen Seeschlange wurden. Diese verschlang auch noch das Liebespaar Alice und Jonas. Aber Orpheus spielte seine lieblichste Melodie und das Ungeheuer ließ das Liebespaar wieder frei. Zum Finale führten alle Mitwirkenden einen Freudentanz auf.

In allen Szenen schafften die Jugendlichen tanzend ein wahres Feuerwerk unterschiedlichster Gestalten aus Fabeln und Sagen auf die Bühne zu bringen. Lang anhaltender Beifall, eine hochzufriedene Choreographin und Projektleiterin Stela Korljan sowie ein lobenden Koordinator der Schule, Kulturvermittler Uwe Thomsen, waren der Lohn für die tollen Aufführungen der Schüler. Stela Korljan hatte auch noch ein besonderes Lob für die Neukirchener parat: „Eine sehr offene Schule mit sehr guten Lehrern, die einen guten Bezug zu ihren Schülern haben!“

Gefördert wurde das Projekt durch das Programm „Schule trifft Kultur – Kultur trifft Schule“ vom Bildungsministerium Schleswig-Holstein sowie durch die Förderung der Stiftung Mercator im Rahmen des Programms „Kreativpotentiale“.


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