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Bauernhof-Barfußgarten : Exoten entdecken und Sinne schärfen

vom

Am 17. Mai öffnet der Bauernhof-Barfußgarten - durch die Witterung bedingt später als üblich - wieder seine Tore.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 08:03 Uhr

Neukirchen | Von der üppigen Blumenpracht, die die Besucher im Bauernhof-Barfußgarten in Neukirchen-Südfrersbüll alljährlich erwartet, ist noch lange nichts zu sehen. Der harte Winter zeigt auch hier deutliche Spuren. Nicht nur die Beete liegen noch brach, auch die meisten Tiere, die zum Bauernhof-Garten gehören, befinden sich noch in der Winterruhe. "Man kann sich momentan gar nicht vorstellen, wie schön die Pflanzen hier immer blühen", sagt Veronika Golomb-Petersen, die den Park gemeinsam mit ihrem Mann Alfons Petersen betreibt.

Vor ein paar Tagen sind gerade die ersten ihrer Schildkröten erwacht, die erst mit zunehmenden Temperaturen aktiv werden. Und auch die Zwerg-Zebus, eine kleine Rinderrasse, macht es sich derzeit noch im warmen Stall gemütlich. Bis zum Start in die Saison, der dieses Jahr nicht wie gewohnt Anfang Mai, sondern erst am 17. Mai ist, hat das Ehepaar auf dem Hof noch alle Hände voll zu tun. Zäune müssen wieder aufgerichtet werden und das Betonbecken, dass im Winter für den Stallmist dient, wieder in ein Wasserbecken für die Schildkröten verwandelt werden.

Wenn im Sommer alles blüht, haben die Besucher des Bauernhof-Barfußgartens jede Menge zu entdecken. Zum einen natürlich viele verschiedene Untergründe, die die Fußsohlen beim barfuß laufen richtig durchbluten. Selbst über große Kieselsteine und Scherben können die mutigsten Gäste schreiten. Besonders beliebt sind bei den Kindern der Matschpfad und der Schlammpfad, bei denen sie mit den Füßen komplett im Morast versinken. Aber auch der Baumspinat ist - vor allem bei Mädchen - der Hit: Die Mitte der Pflanze ist glitzernd lilafarben und kann vor Ort zum Schminken verwendet werden.

Viele Pflanzen sind zum Probieren da, so dass auch der Geschmackssinn nicht zu kurz kommt: Erdbeeren, Erbsen, Schnittlauch - hier darf alles gegessen werden, was essbar ist. "Ich bemühe mich immer, auch Raritäten anzupflanzen, wie beispielsweise Wasabi, eine Lakritzpflanze oder die Austernpflanze", erzählt Veronika Golomb-Petersen.

Bunte Schilder weisen den Weg durch den Garten, in dem es an jeder Ecke etwas für Jung und Alt zu entdecken gibt.

Die kleinen Besucher halten sich besonders gerne bei den Tieren auf, die unter Aufsicht auch gestreichelt werden dürfen. Eine Aufsichtsperson sei immer mit dabei, da manchen Gästen leider das Verständnis für die Vierbeiner fehle. Und dass es den Tieren gut geht, ist dem Ehepaar am allerwichtigsten. Schließlich haben sie viele vor dem Schlachter oder dem Einschläfern gerettet.

Da der Aufenthalt auf dem Hof Freude bereiten soll, erlaubt sich das Ehepaar auch schon mal den einen oder anderen Spaß mit den Besuchern. Beispielsweise, wenn Veronika Golomb-Petersen die Früchte vom Raupenstrauch pflückt und den Gästen als Raupen zum Essen anbietet. "90 Prozent probieren sie, obwohl sie denken, dass es wirklich Raupen sind", erzählt sie lachend. Natürlich klärt sie ihre Gäste im Anschluss darüber auf.

Geöffnet ist der Park so lange das Wetter gut ist. In den vergangenen beiden Jahren wurden die Tore allerdings bereits Ende August geschlossen. Dieses Jahr sei der letzte Versuch, erklärt die Landbesitzerin. Wenn der Sommer wieder so verregnet ist, dann wird das Ehepaar den Hof nur noch als Hobby betreiben und nicht mehr für Besucher öffnen.

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