Kunst : „Etwas Erfrischendes für die Augen“

Ronald Steiner, Till Warwas und Dr. Thomas Gädeke (v.l.) vor zwei Reisebildern.
Ronald Steiner, Till Warwas und Dr. Thomas Gädeke (v.l.) vor zwei Reisebildern.

Noch bis zum 18. August kann die Ausstellung von Till Warwas in der Niebüller Stadtbücherei besichtigt werden.

shz.de von
19. Juli 2018, 07:00 Uhr

Es ist an der Zeit Stillleben und Landschaftsbilder zu genießen. Diese Erkenntnis hatte sich bei der Eröffnung der neuen Ausstellung von Till Warwas „Auf Reisen und im Atelier. Arbeiten auf Papier“ in der Niebüller Stadtbücherei schnell durchgesetzt. Büchereileiter Ronald Steiner freute sich über die zahlreichen Gäste, darunter Prof. Dr. Manfred Reuther und Alt-Bürgermeister Heinz Loske. Kurator Dr. Thomas Gädeke führte in Anwesenheit des Künstlers in dessen Werk ein. „Angesichts der Hitzewelle haben die Bilder etwas Erfrischendes für die Augen“, sagte Dr. Thomas Gädeke und spielte auf das in Sylt entstandene Nordseewellenbild an.

Es handele sich zudem um Aquarelle, also mit Wasser entstandene Werke. Till Warwas sei ein gewissenhafter Realist, der die Wirklichkeit genau abbilde. Der Künstler bestätigte dies später: Seine Stillleben komponiert er genau, stellt auf Flohmärkten erworbene Gegenstände mal mit Vasen oder Blumen zusammen, drapiert das Tuch nach eigenem Befinden. Nur die Blumen sind nicht aus dem eigenen Garten.

„Disziplin und Ordnung, eine große Präzision“, erkannte der Kurator. „Ordnung regiert Warwas Temperament.“ Die Stillleben bestreiten jedoch nur einen Teil der Ausstellung. Ebenso bemerkenswert sind die Reisebilder.

Till Warwas war viel in der Welt unterwegs, verreist jetzt noch gern mit der Familie. Seine Sehnsuchtsorte sind Südfrankreich, Cornwall, Toskana oder aber die Küsten der Nord- oder Ostsee. Hier besucht er in Gelting seinen Lehrer, den Künstler und Hochschullehrer Klaus Fußmann, der laut Dr. Gädeke ein gutes Verhätnis zu seinen Schülern pflegt. „Es sind aber alles keine kleinen Fußmänner“, betonte er, „sie sind ihren eigenen Weg gegangen.“ So auch Till Warwas, der - wie er selbst sagt - „von der Zeichnung dominiert wird“.

Das bedeutet Genauigkeit, manchen Strich erkennt man fast noch unter der Farbe. Seine Natur-Bilder strahlen auf besondere Weise die Seele einer Landschaft aus. „Ich bin eine längere Zeit an einem Ort, um mit ihm Verbindung aufzunehmen“, erläutert Warwas. Diese Tiefe spürt der Betrachter.

„Realismus ist ein grobes Wort“, sagte der Kurator. „Es gibt enorme Unterschiede.“ So sind auch die einzelnen Werke sehr unterschiedlich: für den Besucher eine wunderbar spannende Reise mit ganz speziellen Höhepunkten. „Es ist meine persönlichste Ausstellung“, formuliert Till Warwas, „ich fühle mich sehr geehrt.“ Die Ausstellung in der Niebüller Stadtbücherei ist bis zum 18. August zusehen.

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