Kommunalwahl in Niebüll : Es wird nochmal gezählt

Das Stimmenauszählen bei der Kommunalwahl ist laut Bürgermeister Wilfried Bockholt eine komplexe Sache.
Das Stimmenauszählen bei der Kommunalwahl ist laut Bürgermeister Wilfried Bockholt eine komplexe Sache.

Der Wahlprüfungsausschuss stimmte einstimmig für die Neuauszählung der Stimmen aus dem Wahlbezirk 5.

shz.de von
11. Juli 2018, 07:00 Uhr

Die Würfel sind gefallen: Einstimmig beschloss der Wahlprüfungsausschuss, dass die Stimmen im Wahlbezirk „Niebüll 5“ neu ausgezählt werden müssen. Damit folgte der Ausschuss dem Einspruch, der nach der Kommunalwahl durch das Ergebnis des SPD-Kandidaten Thomas Uerschels gestellt wurde. Der Einspruch wurde unter anderem mit dem „unnatürlichen Stimmenverlust“ in dem entsprechenden Wahlbezirk begründet. Dort hatte Uerschels im Vergleich zur Kommunalwahl 2013 105 Stimmen weniger erzielt. „Das ist angesichts der Wahlberechtigten schon eine beachtliche Differenz“, sagte Bürgermeister Wilfried Bockholt. Sollte die Neuauszählung ein anderes Ergebnis hervorbringen, würde sich das Wahlergebnis der Fraktionen in der Stadtvertretung zwar nicht ändern, jedoch würde es zu einer anderen personellen Besetzung kommen. Thomas Uerschels würde das Direktmandat aus dem Wahlbezirk 5 zufallen. CDU-Mitglied Karl-Heinz Christiansen müsste dafür seines abgeben. In ihrem Antrag legten die Einspruchsführer, die namentlich nicht genannt wurden, den Verdacht zu Grunde, dass eine große Anzahl von Stimmzetteln als Erststimmen gezählt und die Zweitstimmen nicht Thomas Uerschels zugerechnet wurden.

Dieser Verdacht soll nun aus der Welt geschafft werden. Rolf-Dieter Oster hielt Fürsprache für die Engagierten aus dem Wahllokal. Die würden sich auf Grund des im Raume stehenden Verdachtes Vorwürfe machen. Auch Bockholt ermahnte, dass es bei der Neuauszählung auch um eine psychologische Sache gehe. Alle Mitglieder des Ausschusses waren sich einig, dass die Neu-Auszählung den Ehrenamtlichen nicht negativ ausgelegt werden dürfe.

„Egal, wie die Entscheidung ausfällt, hoffe ich, dass alle Beteiligte sie nüchtern und ohne Emotionen aufnehmen“, sagte Bockholt. „Gerade das Auszählen bei der Kommunalwahl ist sehr komplex. Das Stimmen-Splitting birgt grundsätzlich die Möglichkeit von Fehlerquellen.“

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