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Nordfriesland Tageblatt

19. Oktober 2017 | 03:59 Uhr

Es muss nicht immer ein Studium sein

vom

Info-Veranstaltungen für Abiturienten in neuem Kalender zusammengefasst

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Nordfriesland | Es ist die am häufigsten gestellte Frage nach dem Schulabschluss: Ausbildung oder Studium? Einige Schüler wissen aber überhaupt nicht, wo sie hilfreiche Informationen bekommen können, da keine Auflistung der Info-Veranstaltungen im Kreis existiert. Deshalb verteilt die Agentur für Arbeit in Husum jetzt einen besonderen Kalender an allen Gymnasien in Husum und St. Peter-Ording. Unter dem Titel "Jetzt mach! Was du willst" gibt es zudem eine eigene Veranstaltungsreihe für Husum.

"Die Schulen hatten signalisiert, dass sie keine weiten Anfahrten mehr haben möchten", sagt Michael Warnck, der als Berufsberater für akademische Jobs bei der Arbeitsagentur in Nordfrieslands Kreisstadt beschäftigt ist. Das Problem für die Husumer sei die Lage zwischen den Hochschulen in Heide und Flensburg. "Es braucht Gespräche mit Experten vor Ort. Die Schüler sind dankbar für alles, was ihnen aufgezeigt wird", so Warnck.

1500 Exemplare werden in dieser Woche an allen Gymnasien in Husum und in St. Peter-Ording ausliegen. Vorher habe es keinen Ort im Internet und auf Papier gegeben, an dem alle Veranstaltungen gebündelt waren, sagt Warnck. "Nur Sylt und Föhr haben eigene Programme", erklärt der Berufsberater. Neben den Angeboten der Arbeitsagentur Husum beinhaltet der Kalender auch Termine, die von den Kammern und Hochschulen im Land und in Hamburg organisiert werden. Auch die Bundeswehr und das Nationalpark-Zentrum "Multimar Wattforum" in Tönning sind vertreten. "Gerade für viele Abiturientinnen ist Meeresbiologin ein Traumberuf", weiß der Husumer Beamte.

Für diesen Beruf ist ein Studium nötig, was viele nicht abschreckt: "Der Trend geht ganz klar hin zum Studium", berichtet Warnck aus seinen Beratergesprächen. 70 Prozent der Abiturienten, die ein Studium beginnen, wählen danach Studiengänge mit einem wirtschaftlichen Hintergrund. Die Beliebtheit des Studiums führt aber zu hohen Zugangskriterien, die für Absolventen mit einem schlechteren Abschluss unerreichbar werden.

In dieser Situation müsse man aber nicht verzweifeln, rät Warnck. Viele Unternehmen suchten noch immer händeringend nach Auszubildenden und werteten ihre Lehrstellen durch duale Studiengänge auf. "Die Betriebe haben Schwierigkeiten, ihre Leute zu finden und das wird wohl auch in Zukunft so weitergehen", meint der Experte für akademische Berufe. So entstünden Optionen für die Abiturienten, die vorher nur geringe Chancen auf eine Lehrstelle hatten.

Wichtig sei vor allem, dass sich die Schulabgänger früh um ihre Zukunft kümmern. "Viele schieben die Entscheidung heraus", sagt Warnck. Das führe oft dazu, dass die Berufs- oder Studienwahl eher dem Zufall folgt. "Sie sollte aber eigenständig getroffen werden", betont der Berufsberater. Die geplanten Veranstaltungen könnten helfen, sich im Voraus richtig zu informieren. Zusätzlich besucht Berufsberater Warnck monatlich alle Gymnasien in Husum und St. Peter-Ording, um den Abitur-Jahrgängen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

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