Baugebiet in Niebüll : „Es ist schon jetzt alles verstopft“

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Der Bauausschuss diskutiert Verkehrsprobleme, die durch ein neues Baugebiet in Niebüll drohen könnten. Die Mitglieder stimmen dem Projekt dennoch zu.

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18. Januar 2018, 10:22 Uhr

Niebüll | Niebüll boomt, die Einwohnerzahl steigt kontinuierlich und Wohnraum wird gebraucht. Dadurch verändert sich die Innenstadt: Alte Bauten wie die Eisdiele und der Teeladen werden abgerissen, auch das alte Friesenhaus von Augenarzt Dr. Schlüter in der Rathausstraße wird bald Geschichte sein. Aber auch am Rande der Stadt tut sich etwas. Lange Zeit blieben die Äcker an der Bahn zwischen Süder Gath und dem ehemaligen Restaurant an der Verladerampe unbebaut. Das soll sich demnächst ändern, denn ein Investor will dort 106 Grundstückseinheiten bauen.

In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses in Niebüll ging es zunächst darum, ob man das Projekt befürwortet oder ablehnt. Ricklef Nagel vom Bauamt betonte, dass das Baugebiet seien auch zahlreiche Fahrzeuge bedeuten könne. So ging es von Beginn an um das Thema Verkehr. „Die Süder Gath ist eine Kriechstraße, es ist schon jetzt alles verstopft“, sagte Anja Cornils (CDU), „es ist zu eng, zu vollgeknallt. Meine Stimme bekommt das Projekt nicht“, so das Mitglied der Stadtvertretung. Die Anwohner zum Rechtsabbiegen (vom Grundstück aus gesehen) in Richtung Kurt-Bachmann-Ring zu zwingen, gehe nicht, und sei auch keine Option. Baulich lässt sich in der Süder Gath demnach nichts verbessern.

„Eine Alternative wäre eine Zufahrt zum Gewerbegebiet“, so Ricklef Nagel, „doch die müsste erst gebaut und auch finanziert werden“. Hier sei die Politik gefragt. Genauere Kriterien könnten erst in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan festgelegt, erwidert Uwe Christiansen (CDU). Der Flächennutzungsplan dient als Grundlage für den Bebauungsplan, der Wohnungsbau auf den Äckern zulässt.

Zwar grundsätzlich aufgeschlossen, aber dennoch kritisch zeigte sich auch Sebastian Loske. Der SSW-Vertreter ist Anwohner wie Anja Cornils und möchte weiterhin sein Wohngebiet am Lagedeich mit dem Auto erreichen. Die Anmerkungen der neuen Vertreterinnen aus dem Kinder- und Jugendbeirat, Svea Johannsen (Gemeinschaftsschule) und Pauline Alex (FPS) stießen auf Zustimmung. „Werden die neuen Haus- beziehungsweise Grundstückseigentümer nicht über Schadstoff- und Lärmemission aufgeklärt“, fragten sie. Genau dies soll nun in einer öffentlichen Versammlung besprochen werden, versicherte der Vorsitzende des Bauausschusses, Holger Jessen.

Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschlossen die Mitglieder des Bauausschusses, dass man grundsätzlich der vorgegebenen Bebauung zustimme. Im nächsten Schritt wird nun der vorhabenbezogene Bebauungsplans sowie der Flächennutzungsplan erstellt.

Im weiteren Verlauf der Sitzung monierte Siegfried Schmanteck in der neu gestalteten Claudiusstraße einen nicht absenkten Bordstein an der Einmündung zur Theodor-Storm-Straße. Die beiden Schülerinnen votierten für einen Zebrastreifen an der FPS, Höhe Friedrich-Paulsen-Straße. Die beiden Vorsitzenden des Seniorenbeirats, Frauke Rörden-Prang und Frank Steinauer, überreichten eine Stellungnahme von Ernst-Uwe Hansen zum Bahnübergang Gather Landstraße, der nun im Verkehrsausschuss besprochen wird. Über die Beteiligung von Hauseigentümern bei Straßenbaumaßnahmen konnte Holger Jessen wenig berichten. „Richtig ist, dass darüber die Gemeinden entscheiden.“ Frank Steinauer bat um mehr Informationen, da dies manche Eigentümer ruinieren könne. „Dann ist nichts mehr von der angedachten Altersvorsorge übrig!“

Lebendig wurde es noch beim Thema Ampelschaltung an der Kreuzung Mühlenstraße/Hauptstraße. Übereinstimmend wurden lange Wartezeiten in Richtung Deezbüll beziehungsweise Richtung Marktstraße konstatiert. Nun soll ein Fachmann ran: Fiete Andresen will Kontakt zum Starßenbauamt aufnehmen.

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