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Nordfriesland Tageblatt

18. November 2017 | 09:28 Uhr

„Es ist okay, wenn ich nicht gewinne“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadumerin Ann-Kathrein Gräning ist für den Deutschen Bürgerpreis nominiert / Die Preisverleihung ist am 1. November

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 10:44 Uhr

Die Herbstferien – für viele Schüler die ideale Zeit zum Ausschlafen, Chillen oder Freunde treffen. All das mag Ann-Kathrein Gräning auch ganz gerne. Aber bevor sich die 17-Jährige aus Stadum richtig ausruhen kann, will sie erst einmal alles „abarbeiten“, was bei ihr noch auf der Liste steht. Da ist das Engagement in der Stadtvertretung, ihr Einsatz in der kirchlichen Jugendarbeit und nicht zuletzt die Schule. Die soll im nächsten Jahr Fair-Trade-School werden, das hat sie sich fest vorgenommen. Und dann ist da auch noch diese Preisverleihung am 1. November. Ann-Kathrein Gräning ist in diesem Jahr für den Deutschen Bürgerpreis Schleswig-Holstein in der Kategorie U21 nominiert. Da muss sie hin.

„Ist doch eigentlich nichts Besonderes“, sagt sie. Das bisschen Engagement im Evangelischen Kinder- und Jugendbüro Nordfriesland (EKJB) zum Beispiel – da ist sie seit 2015 dabei, hat hier ihren Jugendgruppenleiter gemacht und organisiert seitdem Veranstaltungen und Seminare. Außerdem ist sie Mitglied des Steuerungsteams und dadurch auch Mitglied der Kirchenkreissynode. Sie ist aktiv in der Arbeitsgemeinschaft Klima, liebt das Upcycling von Abfallprodukten, achtet auf fairen Einkauf und isst aus politischen Gründen überwiegend vegetarisch. „Ich finde halt alles cool, was mit Klima zu tun hat“, sagt sie. Sie steht für Nachhaltigkeit ein und für die Bewahrung der Schöpfung, das sind ihre Themen, und das ist gut so. Als Schulsprecherin der Friedrich-Paulsen-Schule bringt sie jetzt die Zertifizierung zur Fair-Trade-School auf den Weg.

Nichts Außergewöhnliches ist für sie auch ihr Engagement im Niebüller Kinder- und Jugendbeirat. Als Delegierte ist sie zu allen Sitzungen der Stadtvertretungen eingeladen und wird gerne gehört, wenn es um jugendrelevante Themen geht. So nebenbei bekam sie mit, dass eine Gartenhütte im Stadtpark einen neuen Anstrich brauchte und hatte gleich die Idee: Das wäre doch eine gute Gelegenheit für ein Projekt mit Kindern und Jugendlichen! Gesagt, getan: Mit einer Künstlerin entwickelte sie das Konzept, und dann traf sie sich mit anderen jungen Menschen einige Wochen lang immer nach der Schule im Stadtpark. Entstanden ist etwas wirklich Außergewöhnliches: ein hübsch anzusehendes Häuschen, ein Hingucker, ein kleines Kunstwerk zum Staunen.

Der Deutsche Bürgerpreis steht in diesem Jahr unter dem Motto „Vorausschauend engagiert: real, digital, kommunal“. Mit ihm werden besonders aktive Ehrenamtliche ausgezeichnet. Weil Ann-Kathrein nicht in Grenzen und Schablonen denkt, weil ihr Menschen wichtiger sind als Strukturen, weil sie weiß, wie die Welt sein sollte und noch werden muss und weil sie Herz und Hand einbringt, um die Welt, in der sie lebt zu gestalten, darum wurde sie von der Jury nominiert. Ob sie gewonnen hat, wird sich erst am 1. November entscheiden. Dann fährt sie mit der Familie und einigen Freunden – unter ihnen ist Anna Ihme vom EKJB – nach Kiel zur Preisverleihung. „Es ist auch okay, wenn ich nicht gewinne“, sagt sie und meint es ernst. Ihr Engagement hängt nicht von Auszeichnungen ab. Aber freuen würde sie sich doch.

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