Kommentar : Erzieher können mehr

shz.de von
25. Juni 2014, 10:50 Uhr

Nicht erst seit dem einklagbaren Anspruch auf einen Betreuungsplatz herrscht besonders in westdeutschen Kinderkrippen Personalnot. Dass heißt: Die Absolventen der Fachschule für Sozialpädagogik werden dringend gebraucht. Ihre Perspektive ist gut. Allerdings ist es ein weit verbreitetes Klischee, dass die Erzieher sich nach ihrem Abschluss „nur“ um Kinder kümmern können. Erzieher können mehr. Auch der Umgang mit geistig Beinträchtigten, Drogensüchtigen oder abgehängten Jugendlichen gehört zu ihrem Einsatzgebiet. Es handelt sich also um Bereiche, die in unserer Gesellschaft gerne ausgeblendet werden, weil es hier um Menschen geht, die durch das Raster der Leistungsgesellschaft gerutscht sind. Die angehenden Fachkräfte vor ihrem Einsatz in diesen speziellen Einrichtungen mit viel Praxis auszustatten ist richtig. Während beispielsweise ein frühes Praxissemester in der universitären Lehrerausbildung noch auf sich warten lässt, wirkt die Erzieherausbildung an der Fachschule für Sozialpädagogik mit 40 Wochen Praxis im Lehrplan sehr zeitgemäß.

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