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Leck bereitet sich vor : Erstaufnahme soll im Dezember öffnen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

2000 Plätze für Flüchtlinge sollen in 550 Containern auf dem ehemaligen Flugplatz entstehen.

von
erstellt am 05.Nov.2015 | 05:00 Uhr

Seit gestern ist es offiziell: Auf dem ehemaligen Flugplatz in Leck werden 2000 Erstaufnahmeplätze für Flüchtlinge entstehen. Und laut Innenministerium früher als zunächst vermeldet: War am Dienstag noch von der Ankunft der Schutzsuchenden im ersten Quartal 2016 die Rede, hieß es gestern auf der Pressekonferenz der Landespolizei in Kiel, dass die neue Erstaufnahme in Leck bereits möglichst im Dezember öffnen soll. Dafür sind 500 Wohncontainer sowie 50 Container für Versorgung und Logistik vorgesehen.

„Ein paar Tage vorher“ habe er von den Plänen der Landesregierung schon Kenntnis gehabt, sagte Lecks Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn gestern, der mögliche Start im Dezember habe allerdings auch ihn überrascht. Jedoch: „Man muss in diesen Tagen nur die Zeitung aufschlagen oder überhaupt die Berichterstattung in den Medien über den Flüchtlingszustrom verfolgen: Der Druck auf die Landesregierung wächst, und wir stehen vor einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung“, sagte Lecks Gemeindechef.

Leck sei eher mittelbar als unmittelbar von der Containerlösung auf dem ehemaligen Flugplatz betroffen: Das Land Schleswig-Holstein werde die Einrichtung betreiben sowie Menschen für Betreuung und reibungslose Abläufe einstellen. „Aber es wird natürlich ein anderes Bild in unserer Kommune entstehen.“ Die bisher rund 150 Asylbewerber seien mithilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter gut in der Gemeinde angekommen. Jetzt vertraue er auf die Landesregierung und die Bevölkerung in Leck, dass diese Notfallsituation gut geschultert werden könne. „Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass das Krankenhaus in Niebüll so ertüchtigt wird, dass die Menschen, die Schutz bei uns suchen, versorgt werden können. Es müssen ausreichende Kapazitäten und Dolmetscher vor Ort sein, zudem die medizinische Gesamtversorgung der Bevölkerung sichergestellt sein.“ Hier sehe er das Land in der Pflicht.

Umfassende Informationen zum Thema wird es laut Langbehn voraussichtlich am Montag, 16. November, in einer Einwohnerversammlung geben. Angedacht als Veranstaltungsort ist die Nordfrieslandhalle in Leck, Beginn 19 Uhr, es werde aber noch eine gesonderte Einladung geben. Fest stehe bereits, dass Innenminister Stefan Studt bei der Informationsveranstaltung anwesend sein werde, um auf Fragen der Bürger einzugehen. In Klixbüll gibt es bereits am Montag, 9. November, eine Einwohnerinformationsversammlung (19 Uhr, Turnhalle), auf der Fragen der Bürger soweit möglich beantwortet werden sollen, ferner will Klixbülls Bürgermeister Werner Schweizer weitergehende Fragen sammeln und auf der Veranstaltung eine Woche später in Leck anbringen.

Langbehn betonte, dass das interkommunale Projekt der Gemeinden Leck, Klixbüll und Tinningstedt zur Nachnutzung des Flugplatzes unter anderem als Gewerbepark weiterhin verfolgt werde. Er erwarte, dass die Möglichkeit der Aufstellung um Umsetzung dieser für den Wirtschaftsraum Südtondern wichtigen Planungen auch zukünftig gewährleistet seien. Noch ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) Eigentümerin der Flugplatzfläche.

Dazu meldeten sich gestern auch Vertreter der Landespolitik zu Wort. Der SSW-Landtagsvorsitzende Lars Harms sagte: „Wichtig ist und bleibt es, eng mit den Kommunen zusammen zu arbeiten und deren eigenen Planungen und Kenntnisse mit zu berücksichtigen. So ist etwa in Leck daran zu denken, dass die Nachnutzung der Kaserne durch die Planungen nicht in Frage gestellt wird.“ Diese Ansicht vertritt auch die flüchtlingspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Astrid Damerow: „Die derzeitigen Planungen der Landesregierung würden die von den Gemeinden beabsichtigten Nachnutzung behindern – wenn nicht unmöglich machen. Ich erwarte vom Innenminister, dass er die Erstaufnahmeeinrichtung unter Berücksichtigung der Planungen der Kommunen vor Ort errichtet. Das ist möglich, und darum muss es auch gemacht werden.“

Hier sei man auf einem guten Wege, teilte Klixbülls Bürgermeister Schweizer auf Anfrage mit. „Wir haben uns rechtzeitig eingemischt. Nun ist es erstmal unsere Aufgabe, die Menschen unterzubringen. “

 

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