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Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 13:59 Uhr

Landwirtschaft : Ernte kurz vor dem Abschluss

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Dank des seit Wochen anhaltenden Sommerwetters befindet sich die Ernte kurz vor dem Abschluss. Südtonderns Kreisbauernverbandschef zieht eine positive Bilanz.

Einfach Ideal! Dieses Attribut gibt der Kreisbauernverbandschef Südtonderns Wolfgang Stapelfeldt dem Erntewetter. Dank des seit fast zwei Wochen anhaltenden Sommerwetters befindet sich die Ernte kurz vor dem Abschluss. Lediglich der Sommerweizen steht noch etwa eine Woche auf dem Halm. „Dann haben wir alles unter Dach und Fach“, sagt Stapelfeldt.

Die vielen Staubwolken auf den Feldern, je nach Windrichtung hinter oder neben den Mähdreschern, verraten, dass mit Hochdruck „gedroschen“ wird, wie der Bauer sagt. Das Wintergetreide ist geerntet, die Sommerfrüchte sind es zum großen Teil auch. Nach den traumatisch verlaufenen Erntesommern 2011 und 2012 , die diesen Namen kaum verdienten, hellen sich die Gesichter der Bauern auf – vor allem in Südtondern mit seinem deutlich höheren Getreideanteil als in den Nachbarkreisen.

Der Winterweizen wurde zu etwa einem Drittel vorab als Ganzpflanzensilage (GPS) für die Biogasanlagen geerntet. Mit dem Einsetzen des Superwetters wurden nach und nach die Schläge mit Winterweizen und den (wegen der im Herbst 2012 weitgehend ausgefallenen Einsaat) im Frühjahr gesäten Sommerfrüchten abgeerntet. Zurzeit düsen die Mähdrescher noch durch viele Partien mit gut gediehenem Sommerraps.

Unterm Strich sieht der Landwirt die Getreideernte 2013 mit einem lachenden und einem weinenden Auge: das lachende angesichts des guten Wetters, was die Ertragsmengen angeht, das weinende wegen der stark gesunkenen Weizenpreise um fünf bis sechs Euro je 100 Kilogramm.

Der Grund dafür wird in der weltweit guten Ernte gesehen. Die derzeit für den Doppelzentner gezahlten Erlöse decken kaum die Betriebskosten, die in Summa allerdings wetterbedingt etwas günstiger ausfallen. Was allerdings veredelt wird, erzielt gute Preise (Beispiel Käse).

Ein Gutes hatte der lange und harte Winter 2012/13 auch. Der Frost hatte einen gut zu bearbeitenden Boden zur Folge. Zeitgleich mit den letzten Erntearbeiten ist die Feldbestellung angelaufen. Auf den kahlen Schlägen ziehen die mehrscharigen Pflüge ihre Bahnen, gefolgt von hungrigen Möwen. Der Winterraps ist zum großen Teil bereits „gedrillt“. In den ersten Septembertagen folgen Winterweizen und -gerste.

Zwei Ernten stehen allerdings noch aus. Im September sind es der Mais und die Kartoffel. Letztere wird wegen der Fruchtfolge an wechselnden Standorten angebaut – vornehmlich als Saatkartoffel, die weltweit exportiert wird. Die heimischen „Vermehrer“ setzen auf die hohe Qualität der Kartoffel aus Südtondern, die wegen der Nähe zur Nordsee als ein äußerst gesunder Erdapfel gefragt ist.

Es fällt auf, dass Stroh zur gefragten Ware geworden ist. Nach neueren Methoden wird Stroh dem Futter für Kühe beigemengt. Milchviehbetriebe seien daher dankbare Abnehmer. Freilich muss der Ackerbauer mit seinem Stroh auch nachhaltig haushalten. Er braucht es als Humusträger für den Boden.

„Zurzeit meint es die Natur gut mit uns“, zieht der Landwirt Wolfgang Stapelfeldt eine vorläufig positive Bilanz zur Getreideernte in diesem Jahr.

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erstellt am 30.Aug.2013 | 09:45 Uhr

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