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Nordfriesland Tageblatt

15. Dezember 2017 | 17:45 Uhr

Erlebnisse und Träume klangvoll verpackt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

von
erstellt am 23.Feb.2015 | 16:04 Uhr

Es war ein besonderes Gastspiel: Am Sonntag gastierte die in Lütjenhorn geborene, heute in Flensburg ansässige Harfenistin Natalie Ingwersen in der Achtruper Martin-Luther-Kirche mit einem außergewöhnlichen „Harfen-Klang-Konzert“. Abgesehen von vereinzelten Zitaten aus Werken bekannter Autoren, enthielt es ausschließlich eigene Werke der Klangexpertin, denen zumeist Erinnerungen an eigene Erlebnisse oder Träume zugrunde lagen.

Bei der Interpretation ihrer fantasievollen Klangmontagen brachte die Künstlerin je eine keltische und britische Harfe, ein Röhrenspiel aus Kristallglas („Glasharfe“ genannt), ein Monochord, eine „Meerestrommel“ („Oceandrum“) und diverses Schlagwerk effektvoll zum Einsatz. Von tragender Bedeutung für ihr Musizieren erwies sich auch ihre eigene Stimme, die sie nicht zur Vermittlung von Texten nutzte, sondern in einfühlsamer Weise wie ein Musikinstrument erklingen ließ. Wenn ihre Hände für die Bedienung ihrer vielen Tonquellen nicht ausreichte, übernahm es Erk Südel, das Monochord, die Glasharfe oder die Meerestrommel zu bedienen.

Ihr zweistündiges Programm startete die Künstlerin mit einem auf ihrer keltischen Harfe eindrucksvoll gespielten Klanggemälde: „Fjordlicht“. Im Hauptteil dieses Werkes entfaltete sich – über einer sich hartnäckig wiederholenden Basslinie – eine verträumt-fröhliche, gesangliche Melodie. Das nachfolgende Werk, betitelt als „Pomander“, empfindet die Instrumentalistin nach eigenem Bekunden als ihr persönliches „Schutzlied“. In diesem brachte sie – die Klänge ihrer Harfe durch gesungene Tonsilben ergänzend – die völlig entspannte Ruhe eines sich geborgen fühlenden Individuums überzeugend zum Ausdruck.

Als stimmungsmäßiges Gegenstück zu diesem Klanggebilde brachte sie wenig später den ermutigenden Song „Trau dich“ zu Gehör. Darin erinnerte sie sich daran, in einer bedrückenden Situation ihre Beklemmung überwunden zu haben. Eigenwillig originell befasste sich Natalie Ingwersen mit dem Märchen „Dornröschen“. Denn in ihrer Version wurde die schlafende „Heldin“ am Ende nicht wachgeküsst, sondern von heftigen Turbulenzen ihres Lebens wachgerüttelt.

Zu den am tiefsten beeindruckenden Konzertbeiträgen zählte ein unmittelbar ins Ohr zu Gemüte gehendes „Ostseegebet“, bei dem die Oceandrum das Meeresrauschen wirkungsvoll imitierte, bis dieses am Ende gleitend ausgeblendet wurde. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Musik und Klangmontagen der Natalie Ingwersen deren Publikum teils anrührten, teils fesselten. Wie in der Ankündigung des Konzertes ausdrücklich versprochen, ließen die – häufig wie spontan improvisiert wirkenden – Kompositionen die Zuhörer in zauberhafte Klänge „eintauchen, abtauchen und beschenkt wieder auftauchen“.

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