zur Navigation springen

St. Willehad-Kirche in Leck : Erfolgreiche Premiere für „KoaSt“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das von Kantor Thomas Hansen gegründete Ensemble „KoaSt“ (Kammerorchester aus Südtondern) bestand seine Feuertaufe.

von
erstellt am 04.Apr.2016 | 05:30 Uhr

In der Lecker St. Willehad-Kirche bestand das erst kürzlich durch Kantor Thomas Hansen gegründete Ensemble „KoaSt“ (Kammerorchester aus Südtondern) am Wochenende seine „Feuertaufe“ mit Bravour. Es wartete mit einem Kammerkonzert in großer Besetzung auf und ließ die erfreulich zahlreich erschienenen Zuhörer erkennen, mit wie viel Spaß die Instrumentalisten bei ihrem gepflegten Musizieren zu Werke gingen.

„Es hat mir Freude bereitet, während der vergangenen drei Monate Musikerinnen und Musiker zusammenzuführen, die aufgrund der von ihnen gespielten Instrumente bei der Ausübung ihres Hobbys auf Partner angewiesen sind“, so ließ sich Thomas Hansen vernehmen, der selbst teils an der Paschen-Orgel des Gotteshauses seinen Part beisteuerte, teils von einer Truhenorgel aus die Gruppe souverän leitete. Ihm zur Seite standen Stefan Möbius (Querflöte), Gabriele Kuhlmann (Oboe) und Christina Tuschik (Oboe und Englischhorn), Cornelia Kempf und Markus Pertiet (Violinen), Stefan Veckenstedt (Viola) sowie Dirk Jacobsen und Carola Nickels (Violoncelli).

Das Programm enthielt überwiegend Kompositionen aus der Zeit der Klassik, ergänzt durch je ein Werk modernerer Art. Zum Auftakt spielte das Ensemble in (fast) voller Besetzung – makellos intonierend – den ersten, als „Allegro“ verfassten Satz aus der Sinfonie „Pastorale“ von Johann Stamitz (1717-1757): Er setzte mit ruhig absteigenden Tonleitern ein, um sich dann quicklebendig zu entfalten. Der festliche Klang und die bewegten Tonfolgen der Oboen verliehen dem Werk – trotz seines keineswegs überhasteten Tempos – einen fröhlichen Charakter.

Es folgte das sich ebenfalls recht unbekümmert gebende „Allegro“ aus dem dem „Londoner Trio Nr. 1“ von Joseph Haydn, gesetzt für Traversflöte, Oboe und Cello. Während das Violoncello für ein solides Bassfundament sorgte, korrespondierten die beiden Bläser miteinander, indem sie wechselseitig ihre Themen imitierten, um anschließend dann wieder gemeinsam zu agieren. Unmittelbar ins Ohr ging das melodiöse „Andante für Flöte (KV 315)“ von Wolfgang Amadeus Mozart, bei dem Stefan Möbius in gekonnter Manier den Solopart absolvierte.

Danach interpretierte Thomas Hansen an der Paschen-Orgel solistisch vier Sätze aus der „Suite carmelite“ des – der Harmonik nach zu urteilen – bereits auf die Moderne schielenden Neoklassizisten Jean Francaix (1912-1997). Am überzeugendsten gelang dem Künstler die Wiedergabe des in atemberaubendem Tempo vorgetragenen, mitreißenden „Presto“, dem ein feierliches „Maestoso“ folgte.

Mit einem im Stile der Impressionisten gestalteten Klanggemälde anrührender Art warteten Stefan Möbius und Thomas Hansen auf, als sie – in perfektem Zusammenspiel von Flöte und Orgel – das „Divertissement grec Phrygienne“ von Jules Mouquet (1867-1946) zu Gehör brachten, das überraschend abrupt endete. Als besonderer musikalischer Leckerbissen erwies sich das klangschöne, unmittelbar ins Ohr gehende „Adagio für Englischhorn und Streicher (KV 580a)“ von Wolfgang Amadeus Mozart, bei dem Christina Tuschnik mit ihrem Bläserpart die Führung übernahm und sich von den Streichern (außer der Bratsche) begleiten ließ. Zur Abrundung des abwechslungsreichen Programms fanden sich alle Instrumentalisten noch einmal im Altarraum zusammen, um gemeinsam die „Sinfonie Nr. 8 (,Der Abend‘)“ von Joseph Haydn erklingen zu lassen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen