Erbsenernte im Christian-Albrechts-Koog

Eine Erbsen-Erntemaschine im Einsatz.
Eine Erbsen-Erntemaschine im Einsatz.

von
07. August 2014, 10:44 Uhr

Was ist denn das da für eine Maschine? Diese Frage stellten sich Jogger und Autofahrer beim Blick vom Gotteskoogdeich in den Alten Christian-Albrechts-Koog rund um den Osterhof. Landwirt Wilhelm Melfsen klärte auf.

Bei dem Gefährt handelt es sich um eine Erbsen-Erntemaschine, die dabei war, Grünerbsen aufzunehmen. Diese Erbsen zu ernten, sei ein hoch sensibles Geschäft und erfordere daher spezielle Vorkehrungen, um die Erbse von der Hülse zu trennen.

Dafür sind besondere Mähdrescher entwickelt worden, so genannte „Erbsenvollernter“. Dort haben sich die beiden Landwirte Jess Jessen und Wilhelm Melfsen dem Bio-Landbau verschrieben. Dazu zählt auch der Anbau der Erbse (Pisum sativum), wichtiger Lieferant von Proteinen für die menschliche Ernährung. Jessen und Melfsen seien eines Tages gefragt worden, ob sie wohl grünen Erbsen zugetan wären. „Wir waren es“, sagte Melfsen.

Hochsensibel wie die grüne Ackerfrucht ist auch ihr Anbau zu sehen. So kann die Erbse in der Fruchtfolge zusammen mit klassischen und seltenen Getreidearten nur alle fünf Jahre angebaut werden. So geschehen auch im Koog auf einem 30 Hektar großen Schlag am Osterhof.

Gedrillt (gesät) wurde die Erbse in den ersten Junitagen – und zwar nach zeitlicher Vorgabe des Abnehmers, der in Neumünster ansässigen Bioland Vermarktungsgesellschaft, die auch die Sorte bestimmt – zeitlich vorgegeben deshalb, weil die spezielle Erntemaschine eben nur ein sehr seltenes Exemplar ist und ihr Einsatz geplant werden muss.

Die grüne Erbse kommt mit 29 Grad Celsius vom Acker und wird heruntergekühlt (damit sie nicht gärt) in Tiefkühlbehältnissen nach Wöhrden in Dithmarschen befördert, wo sie weiter verarbeitet wird, um irgendwo und irgendwann in der Tiefkühltruhe des Supermarkts zu landen oder (etwa bei Hipp) als Babynahrung verarbeitetet zu werden.

Die Erntekampagne nahe Osterhof dauerte gerade mal drei Tage. Je Hektar rollten etwa acht Tonnen grünes Erntegut nach Dithmarschen. Was auf dem Acker zurückblieb, wird in Kürze gemulcht und untergepflügt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen