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Nordfriesland Tageblatt

18. Oktober 2017 | 20:49 Uhr

Enttäuscht über Entscheidung

vom

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Nordfriesland | Die Insel- und Halligkonferenz (IHKo) bedauert sehr, dass die Verhandlungen über die Richtlinie für die Fähr- und Ausflugsschiffe zu keinem besseren Ergebnis gekommen sind. "Darunter werden besonders die kleinen Reedereien leiden, die sich den Umbau nicht leisten können, um die strengeren Auflagen zu erfüllen", sagt Jürgen Jungclaus, Vorsitzender der IHKo. "Wahrscheinlich werden diese aufgeben müssen." Damit würden nicht nur Arbeitsplätze verloren gehen, sondern auch ein Highlight für den Tourismus, heißt es in einer Mitteilung. "Wir haben versucht, für unsere Reedereien vor Ort zu kämpfen, müssen aber eingestehen, dass wir nicht weiter gekommen sind", resümiert Jungclaus.

Die Ausflugsschifffahrt im Bereich der deutschen Wattenmeere hat eine lange Tradition und ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der europäischen Wattenmeer-Region. Gerade die Angebote der Fähr- und Ausflugsschifffahrt sind für die Gäste der Inseln, Halligen sowie der Küstenregion ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei der Wahl ihrer Urlaubsregion. "Die herausragende Landschaft der Wattenmeer-Nationalparke und des Weltnaturerbes Wattenmeer werden durch die Schifffahrt erlebbar gemacht. Die Schifffahrt ist Grund für eine Steigerung der Besucherzahlen und damit auch der Wirtschaftskraft für die Menschen, die in Nordfriesland vom Tourismus leben," verdeutlicht Geschäftsführerin Natalie Eckelt. Von besonderer Bedeutung ist die Ausflugsschifffahrt im Sommer für die Halligen, um die zusätzliche touristische Nachfrage bedienen zu können. Eine Ausphasung der Ausflugsschiffe würde diese wirtschaftliche Grundlage der Halligen gefährden. Zudem wäre es das falsche Signal an die Reedereien, die unter erheblichem wirtschaftlichen Druck stehen.

Es ist nicht nachvollziehbar, warum bei der Einschätzung des Gefahrenpotentials und bei der Umsetzung der Richtlinie nicht die regionalen Gegebenheiten berücksichtigt werden, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Wetter- und Wellenverhältnisse im holländischen Wattenmeer sind identisch zu denen in Nord- und Ostfriesland. "Unsere niederländischen Nachbarn haben das Wattenmeer als Binnengewässer deklariert, so dass die EU-Fahrgastrichtlinie nicht zur Anwendung kommt. Dadurch ergibt sich ein klarer Wettbewerbsvorteil. Warum geht das nicht in Deutschland?" fragt sich Jungclaus.

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