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Skandaløs-Festival : Entspannung, Sonne und viel Musik

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

3. Skandaløs-Festival in Neukirchen profitierte von bester Wetterlage und lockte mehr als 3500 Menschen auf das Areal am Hülltofter Tief

Das 3. Skandaløs-Festival ist Geschichte. Es wird als eine nahezu perfekt organisierte „Landpartie“ in Erinnerung bleiben. Veranstalter und Gäste kehren mit dem Wunsch in den Alltag zurück, dass diese Open-Air-Fete eine Dauereinrichtung bleiben sollte. Doch dazu bedarf es sicher einiger struktureller Veränderungen, weil Vorbereitung und Organisation professionelle Dimensionen erreicht haben, „die von uns Amateuren kaum noch zu schultern sind“, sagt Clara Teuchert, Vorstandsmitglied und Pressesprecherin des Vereins Kulturflut.

Sie und ihre Mitstreiter, allesamt entweder auf der Zielgerade des Studiums oder mit einer Fußspitze bereits im Beruf, denken laut darüber nach, dass ihre Arbeit die von Profis wäre. Für diese sei bereits eine Fährte gelegt und eine Schublade mit Erfahrungen aus drei erfolgreichen Veranstaltungen gefüllt.

Clara Teuchert haben zwei Dinge am Festival 2015 besonders gerührt. Eines davon war das Wetter, wie es besser nicht sein konnte und bewirkte, dass die Fete am Neukirchener Badesee mit 3500 Besuchern mehr als erfolgreich war. Eine weitere Begebenheit, die die Organisatorin gut erinnert, war die: Ein Mädchen kam heulend zu ihr und beklagte den Verlust ihrer Handtasche mit Geld, Ausweis, Führerschein und anderen persönlichen Dingen. Noch bevor Krokodilstränen zu kullern begannen, kamen zwei junge Frauen mit einer Fundsache an. Es war die Handtasche. Aus Krokodils- wurden Freudentränen, begleitet von herzhaftem Knuddeln.

Dieses Erlebnis mag bezeichnend für die Grundhaltung der Besucher sein. Die Veranstaltung am Hülltofter Tief war, wie angekündigt, nicht nur getragen von Vielfalt, Freiheit, Toleranz und gegenseitigem Respekt, sondern von grundehrlichem Verhalten. Die Ordner von der Hamburger Security-Firma U-Need waren voll des Lobes über die Besucher. Das Unternehmen hatte die Festivalveranstalter seit rund acht Monaten beraten und stellte vor Ort die Schnittstelle zwischen dem Veranstalter und den Rettungskräften sicher.

Mit der Auswahl der Protagonisten hatte das Kulturflutquintett nicht nur eine glückliche Hand, sondern auch die Reaktionen aus den beiden vorausgegangenen Feten ausgewertet – und überall ein Bisschen draufgepackt. Beleg dafür waren die allesamt gut besuchten Acts. Ein besonderes Ereignis aus der Reihe der Programmofferten war der Auftritt von Rüdiger Nehberg vor mehr als 200 Zuhörern im hackevollen Kuckucksnest. Nehberg schilderte Episoden aus seiner buntschillernden Vita.

Doch im Mittelpunkt stand einmal mehr die Musik, präsentiert auf „zweieinhalb“ Bühnen teils von gestandenen Profis, teils von Newcomern – international, breitgestreut in den Stilrichtungen, etliches davon tanzbar, anderes zum Träumen oder gar aufrüttelnd heftig. In den stilleren Ecken wurde Theater gespielt, (vor)gelesen, Kino geguckt und „geworkshopt“. Dem Bewegungsdrang waren keine Grenzen gesetzt beim Kicken, Rangeln, Knuddeln, Jonglieren und anderen „Outdoor-Aktionen“. Auch dieses Festival war eines, das nahezu alle Sinne ansprach und Menschen ermunterte, für Stunden „einmal jemand anderes“ zu sein.

Mittendrin im Geschehen sah man Neukirchens Bürgermeister Peter Ewaldsen, der sich wünscht, dass das Hülltofter Tief alle zwei Jahre (besser noch jedes Jahr) für ein langes Sommerwochenende eine von buntem Treiben erfüllte Adresse sein möge. Die Voraussetzungen dafür haben er und seine Gemeindevertretung bereits geschaffen, und die als Ausgleichsfläche dienende Festwiese vor dem Badesee von den Lübke-Kooger Windmüllern zurückgekauft.

Gestern in den frühen Morgenstunden wurde es still auf der Festwiese. Das dritte Skandaløs war zu Ende. In den Vormittagsstunden begann die Heimreise, leerten sich nach und nach Camping- und Parkplätze.  

Foto-Extra zum Festival auf Seite 9



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