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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 13:59 Uhr

Jahresbilanz : Entspannte Wasserstände

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Beim Deich- und Hauptsielverband (DHSV) Südwesthörn-Bongsiel stehen 2014 dringend notwendige Investitionen an.

von
erstellt am 11.Jan.2014 | 08:30 Uhr

Die Niederschlagsmenge ist entscheidend. Alljährlich, wenn zu Ultimo Schlussstriche gezogen werden, ist man auch beim Deich- und Hauptsielverband Südwesthörn-Bongsiel gespannt, welche Regenmengen herunterkamen, zuweilen Wasserläufe und Speicherbecken bis an den Rand volllaufen ließen, Schöpfwerke am Brummen hielten und den Verbandoberen Sorgenfalten in die Stirn trieben.

Doch Ende 2013 konnten sich Oberdeichgraf Jan Albrecht und sein Geschäftsführer Thies Horn entspannt zurücklehnen. Der Juli war mit nur 13,3 Millimetern ein extrem trockener Monat – und der September mit 163,3 Millimetern dagegen ein extrem nasser. Insgesamt fielen im vergangenen Jahr 848,2 Millimeter Regen, deutlich weniger als 2012 mit 977,6 Millimetern und weit entfernt von den Rekordjahren 1988 mit 1045,7 und 1998 mit 1073,1 Millimetern. „Dementsprechend hatten wir auch wenig Anrufe wegen zu hoher Wasserstände“, berichtete Thies Horn.

Das galt auch für die beiden Orkane „Christian“ und „Xaver“, „mit denen wir gut zurecht kamen“. „Christian“ sei in die Phase einer Nipp-Tide gefallen, bei der Sonne, Mond und Erde in einer für Fluten günstigen Konstellation standen. Anders bei „Xaver“. „Da hatten wir eine Spring-Tide und mussten im Hauke-Haien-Koog das Speicherbecken Süd mit seinem Fassungsvermögen von drei Millionen Kubikmetern fluten. Insgesamt war damit die Speicherkapazität in der Abteilung Bongsiel nahezu erschöpft.“

In Südwesthörn besteht mit dem direkten Ablauf des Niederschlagswassers in die Nordsee eine bessere Lösung. Anders hingegen im Norden, wo das Wasser bei Hoyerschleuse in die Nordsee geleitet wird. Vor dieser Schleuse im dänischen Hoyer stoßen die Speicherkapazitäten an Grenzen. Während es aus dem Hülltofttief, dem Nolde-Graben und Verlath in Richtung Rutebüller See relativ normal läuft, haben Haasberger See und Wiedau nur grenzwertige Aufnahmefähigkeiten. Und das trotz aufwändiger Erweiterungsmaßnahmen. So wurde im Haasberger Seegebiet der Deich versetzt, um den Speicherraum zu erhöhen. Und bei Bremsbøl wurde der Wiedau-Deich in einer dänisch-deutschen Interreg-4A-Maßnahme mit dem gleichen Ziel zurückversetzt. „Es muss im Zuge des Klimawandels über weitere Maßnahmen zum Hochwasserschutz nachgedacht werden“, ließ Thies Horn anklingen.

Die Erhaltung der künstlich geschaffenen Küstenregion kostet einigen Aufwand. Für 2014 muss der Deich und Hauptsielverband den Mitgliedsbeitrag (Koogsgeld) wegen gestiegener Stromkosten erhöhen. Genau genommen, sagt man beim Verband, müsste man einen dreigliedrigen Kostenbeitrag erheben: für den Hochwasserschutz (Bau und Unterhaltung der Anlagen), für die 39 Schöpfwerke (Energiekosten/Reparaturen) sowie die Gewässerunterhaltung (Maschinen- und Lohnkosten).

Der Verband muss in diesem Jahr mit 3,8 Millionen Euro in seinem Verwaltungshaushalt auskommen. Im Vermögenshaushalt sollen 736 000 ausreichen für dringend notwendige Investitionen. So müssen aus der Soholmer Au zwischen B 5 und der Leegdammlander Brücke für Kosten von 300 000 Euro 30 000 Kubikmeter Geestsand ausgebaggert werden. In der Lecker Au nahe Broweg ist der Einbau eines Sandfanges für 90 000 Euro geplant.

In der Verbandsspitze gab es eine Personalie. Peter August Petersen schied als stellvertretender Oberdeichgraf aus. Seine Nachfolge übernahm Klaus Ibs . Oberdeichgraf Jan Albrecht wurde in seinem Amt als Vorsitzender durch Wiederwahl bestätigt.

 

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