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Nordfriesland Tageblatt

18. November 2017 | 03:53 Uhr

Entschleunigung im E-Mobil

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Immer mehr Autofahrer entscheiden sich für ein Auto mit alternativem Antrieb – wie Bettina Bliese aus Leck

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 12:11 Uhr

Im ersten Halbjahr 2017 gab es einen großen Prozentzuwachs von Hybridwagen und Elektroautos in Schleswig-Holstein. Die Zahl der neu angemeldeten Autos mit Elektromotor verdoppelte sich gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum (wir berichteten). Auch in Südtondern entscheiden sich immer mehr Menschen bewusst für ein Auto mit alternativem Antrieb, wie beispielsweise Bettina Bliese. Die Heilpraktikerin für Psychotherapie aus Leck hat sich im Winter vergangen Jahres für ein Fahrzeug mit Elektromotor entschieden und ist nach wie vor begeistert.

„Ich finde es total entspannend“, berichtet sie. Die geringere Reichweite, die diese Technik im Vergleich zu einem Auto mit Benzin- oder Dieselmotor mit sich bringt, stellt für sie überhaupt kein Problem dar. „Es hilft mir dabei, zu entschleunigen“, sagt sie.

Das Navigationsgerät des Autos zeigt an, welche Stromtankstellen sich auf der Fahrtstrecke befinden. Die Sorge, unterwegs liegen zu bleiben, hat Bettina Bliese nicht, denn das Navigationsgerät errechnet unter Berücksichtigung des Energiestandes der Batterie, ob das gewünschte Fahrziel erreicht werden kann. „Und wenn nicht, plane ich eine Pause und einen Spaziergang mit ein oder ich schaue mir unterwegs etwas an“, erzählt die Heilpraktikerin. Etwa 165 Kilometer ist die längste Reichweite, die sie mit ihrem Wagen an einem Stück zurücklegen kann. Neuere Modelle schaffen bereits etwa 300 Kilometer. „Aber ich muss auch nicht unbedingt in zwei Stunden in Hamburg sein“, fügt sie an. Und für weitere Strecken nimmt sie ohnehin die Bahn.

Durch das Elektroauto sei sie eine viel bewusstere Autofahrerin geworden. Der Bordcomputer zeigt während der Fahrt an, ob der Fahrstil energiesparend ist oder nicht. Am sparsamsten ist der Wagen im Stromsparmodus, dem „grünen Bereich“. „Ich achte darauf, dass ich die meiste Zeit in diesem Bereich fahre“, sagt Bettina Bliese. Wenn das Fahrzeug überholt oder stark beschleunigt, verlässt es diesen Bereich natürlich wieder. Auch im Winter, wenn zusätzliche Energie für den Betrieb der Heizung benötigt wird, ist es deutlich schwieriger, in diesem Bereich zu bleiben.

Bewusst einen Beitrag für die Umwelt zu leisten, dass spielte bei der Entscheidung für ein Elektroauto für Bettina Bliese eine große Rolle. „Mir ist natürlich bewusst, dass die Herstellung der Akkus auch CO2 produziert, was für die Ökobilanz nicht gerade ideal ist, aber das Auto hat weniger Verschleißteile, was wiederum ein Vorteil ist.“

Im Bereich der Reichweite wünscht sich Bettina Bliese trotz aller Begeisterung eine Verbesserung: Ehemann Ralf fährt beruflich viele Kilometer am Tag und hat dafür ein Fahrzeug mit Dieselmotor. Unterwegs längere Pausen einzulegen – das lässt sein Berufsalltag nicht zu.

Wer zunächst einmal wissen möchte, ob und welches Elektroauto für die eigenen Bedürfnisse passend ist, kann sich unabhängig vom Modell auf dem Greentec-Campus in Enge-Sande beraten lassen. „Ich war wirklich begeistert, Stephan Wiese hat mir alle Vor- und Nachteile ehrlich aufgezeigt und ich konnte gleich eine Probefahrt machen“, erzählt Bettina Bliese.

Ein Geschäftsfeld des Greentec-Campus ist die markenübergreifende Vermittlung von Elektro-Mobilen verschiedenster Hersteller – inklusive Probefahrten. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Ladeinfrastruktur vor Ort weiter ausgebaut wird“, fügt Andrea Jensen vom Greentec-Campus an. In Leck sollen beispielsweise demnächst Ladestationen in Wohngebieten installiert werden. Bereits jetzt gebe es viele kostenlose Tankstellen in der Region. Auch einige Unternehmen locken ihre Kunden mit kostenlosen Stromtankstellen, berichtet Andrea Jensen weiter. „Neben dem teils kostenlosen Tanken gibt es einen weiteren finanziellen Vorteil, der für ein Elektroauto spricht: Zehn Jahre muss der Besitzer keine Steuern zahlen. Auch die CO2-Bilanz hat sich nach 15 000 Kilometern bezahlt gemacht.“

Auch wenn die Zahl der Neuzulassungen in diesem Jahr deutlich gestiegen ist, ist sie mit 90 zugelassenen Elektrofahrzeugen von insgesamt 24 340 Pkw immer noch sehr gering. Eine Tatsache, die die Fachleute vom Greentec-Campus gerne ändern möchten: „Wir haben hier Wind im Überfluss, jeder könnte sein Fahrzeug mit grünem Strom betanken“, sagt Stephan Wiese.

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