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Engagierter Lehrer und begabter Musiker: Nachruf auf Detlef Eulenberger

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Am gestrigen Vormittag fand in der Niebüller Christuskirche die Trauerfeier für Detlef Eulenberger statt, der am 3. Oktober während eines Ausflugs völlig überraschend verstarb.

Viele Menschen behalten ihn in Erinnerung als engagierten, stets freundlichen und kompetenten Leiter der Niebüller Fachschule für Sozialpädagogik (Abteilungsleiter für sozialpädagogische Berufe an den beruflichen Schulen des Kreises Nordfriesland) sowie als exzellenten Musiker, der als Instrumentalist (Flötist, Saxophonist, Gitarrist oder Percussionist) und Chorleiter das kulturelle Leben im Norden des Kreises Nordfriesland durch zahlreiche Konzerte in unterschiedlichsten Besetzungen bereicherte.

Detlef Eulenberger wurde am 3. Juli 1949 in Preetz geboren, wo er auch aufwuchs und seine Schulzeit verbrachte. Nach bestandenem Abitur studierte er in Kiel Psychologie. Aus seiner früh geschlossenen ersten Ehe gingen drei Kinder hervor. Seit 2002 war er in zweiter Ehe mit Ellen Schütt verheiratet, die ihn bei seinen musikalischen Aktivitäten organisatorisch tatkräftig unterstützte. Sein Leben als Lehrer startete Detlef Eulenberger am 1. Februar 1974 in Niebüll als Referendar an den dortigen Beruflichen Schulen, denen er bis zum Antritt seines am 1. Januar 2014 begonnenen und mit einem Umzug nach Flensburg verbundenen „Sabbat-Jahres“ die Treue hielt. Sein berufliches Anliegen, die angehenden Erzieherinnen für das a cappella oder instrumental begleitete Singen zu begeistern, und seine leidenschaftliche Freude am eigenen Musizieren verband er, indem er mit seinem 2007 gegründeten Projektchor öffentliche, stets hervorragend besuchte Konzerte darbot. Bedingt durch den Ausbildungsgang der angehenden Erzieherinnen wechselten die Besetzung, das Repertoire und der Name des Chores nach jedem Semester. Das Motto des Abschlusskonzertes im November 2013 lautete: „Jetzt schlägt`s 13!“ Dies wies auf zwölf vorangegangene Programme hin, die Auszüge aus nahezu allen Bereichen der Vokalmusik enthielten und die jeweilige Namensgebung des Chores bestimmten: von „Rasselbande“, „Zukunftschor“ und „Tonspuren“ bis „Letzte Eulen“. Während seines Abschlusskonzertes ließ er sich vernehmen: „Die Chorprojekte haben sich zu Highlights meiner späten Berufsjahre entwickelt und meine Lust an der Arbeit befeuert.“ Im Jahre 1999 gründete Detlef Eulenberger das Saxophon-Ensemble „Quintessenz“. Mit diesem Quintett, das nach Ausscheiden eines Mitgliedes seit 2004 als Quartett musizierte, absolvierte er insgesamt 68 Auftritte, wobei es ihm auf den Nachweis ankam, dass sich das Saxophon nicht nur für Jazztitel und Popmusik, sondern auch für die Interpretation barocker Kompositionen vorzüglich eignet.

Im Jahre 2010 rief er das Orchester „Saxophanten“ ins Leben, dem insgesamt 24 Saxophonisten beiderlei Geschlechts aus allen Gebieten des Landesteils Schleswig angehören und bis heute schon viermal mit großem Erfolg in der Niebüller Christuskirche konzertierten. Als 2. Vorsitzender des Vereins „Pro Musica Niebüll e.V.“ veranstaltete er – in Zusammenarbeit mit dem Landestheater Schleswig-Holstein - Konzerte für Kinder im Vorschulalter. Seit zehn Jahren schmückte Detlef Eulenberger – zusammen mit dem Organisten Mirko March (zuvor: Horst auf der Heide)- per Traversflöte oder Saxophon den nächtlichen Weihnachtsgottesdienst musikalisch aus. Seit Anfang dieses Jahres verstärkte er mit seiner Tenorstimme den noch jungen Neukirchener Chor „Kantemus“.

Dankbar für seinen enormen, in aller Bescheidenheit geleisteten Einsatz werden die Musikfreunde in Nordfriesland und Generationen von Berufsschülern ihn noch lange in guter Erinnerung behalten.

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erstellt am 09.Okt.2014 | 15:12 Uhr

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