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Nordfriesland Tageblatt

16. Dezember 2017 | 12:55 Uhr

Engagierte Alltagshelden

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Wer wird Mensch des Jahres? Eine Frau und drei Männer stellen sich diesmal dem Votum der Nordfriesland-Tageblatt-Leser

von
erstellt am 03.Nov.2015 | 11:22 Uhr

Der verstorbene Schauspieler Ewald Balser formulierte es passend: „Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht.“ Und solche Menschen gibt es auch in Südtondern. Vier Bürger hat das Nordfriesland Tageblatt erneut ausgewählt, um sie für ihr besonderes Engagement zu würdigen. Es sind Mitbürger, die sich für das Gemeinwesen einsetzen und damit unsere Region ein Stück weit lebenswerter machen – weil sie nicht nur ihre Pflicht tun, sondern eben auch ein bisschen mehr.

Seit 2002 zeichnet der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (sh:z) das herausragende Engagement besonders aktiver oder couragierter Menschen aus. Auch diesmal sind es wieder unsere Leser, die entscheiden dürfen, welcher Kandidat „Mensch des Jahres 2015“ werden soll. Ab heute startet das Nordfriesland Tageblatt mit der regionalen Wahl. Eine Frau und drei Männer stellen sich dabei dem Votum. In den nächsten Tagen werden wir die Kandidaten erneut vorstellen. Unsere Leser können dann bis zum 22. November im Internet unter www.shz.de/menschendesjahres, per Post oder SMS abstimmen (siehe Infokasten). Jener Kandidat, der sich am Ende durchsetzt, nimmt am Landesentscheid teil.

Wer also soll es werden? Die Wahl dürfte nicht leicht fallen, denn die Aktionsräume der jeweiligen Kandidaten sind recht unterschiedlich. Ob Kunst, Festivalkultur, Friesentum oder Flüchtlingshilfe – jeder Kandidat hat seinen ganz speziellen Schwerpunkt. Doch auch wenn sich die Nominierten einer Abstimmung stellen, gibt es am Ende keine Verlierer. Die Aktion „Menschen des Jahres“ dankt mit der Würdigung besonderer Leistungen ganz generell all denjenigen, die ihre Freizeit opfern, um Gutes zu tun. Sieger der Aktion sind schon jetzt nicht nur die Nominierten, sondern alle Menschen im Land, die sich für den sozialen Zusammenhalt einsetzen. Von Apple-Gründer Steve Jobs stammt dieses Zitat: „Diejenigen, die so verrückt sind zu glauben, sie könnten die Welt verändern, sind tatsächlich diejenigen, die es tun.“ Und Veränderungen fangen bekanntlich im Kleinen an.

Gerd Vahder (Braderup)

Vor allem Kinder für Friesisch zu begeistern – das ist für Gerd Vahder (63) eine Herzensangelegenheit. Sein Einsatz geht dabei weit über seine Tätigkeit als Schulleiter der Nis-Albrecht-Johannsen-Schule in Risum-Lindholm hinaus. Er trägt entscheidend auch überregional dazu bei, dass Kindergartenkinder, Schüler und Entscheider erkennen, dass die regionale Zweitsprache mit der dazugehörigen Kultur etwas Besonderes ist und zur Grundlage der eigenen Identität gehört. Er ist Landesfachberater für das Fach Friesisch und hat jüngst mit einer Arbeitsgruppe einen Leitfaden für Friesischunterricht an Schulen in Schleswig-Holstein entwickelt.

Erika Spaude (Niebüll)

Seit 26 Jahren engagiert sich Erika Spaude ehrenamtlich beim Kunstverein Niebüll, dem sie seit sechs Jahren vorsteht. Gemeinsam mit ihrem Vorstandsteam organisiert Erika Spaude zwei Mal jährlich Ausstellungen im Niebüller Richard-Haizmann-Museum für Moderne Kunst. Es gelingt ihr immer wieder, namhafte Maler nach Niebüll zu bekommen und damit anspruchsvolle Kunst für Jung und Alt vor Ort erlebbar zu machen. Sie engagiert sie sich aktiv bei der Südtondern Tafel, war 15 Jahre lang als Stadtvertreterin im Sozialen Bereich aktiv und wirkt immer noch in der Kreispolitik.

Ibrahim Alsunaidar (Leck)

„Ich bin glücklich, dass ich anderen Menschen helfen kann“, sagt Ibrahim Alsunaidar, der mit seiner Familie aus dem Jemen geflüchtet ist. Seit gut einem Jahr lebt der 50-Jährige in Leck und ist zu einer wertvollen Unterstützung für andere Flüchtlinge und die Gemeinde Leck geworden. Ibrahim Alsunaidar engagiert sich ehrenamtlich als Dolmetscher, er kann sich in allen arabischen Dialekten verständigen – und hilft, wo er kann. „Integration kommt von innen, vom Herzen“, sagt Ibrahim Alsunaidar und zeigt Neubürgern und Einheimischen, wie gut ein Miteinander der Kulturen funktionieren kann.

Dirk Petersen (Hamburg)

Erst waren es nur Sommerpartys für Freunde, die Dirk Petersen (26) zusammen mit seiner Schwester und zwei weiteren Bekannten organisierte. Irgendwann aber kam dann die Idee auf, auch einmal eine Band zu diesen Events einzuladen. Und so entstand schließlich das Skandaløs-Festival am Hülltofter Tief, das in diesem Jahr zum dritten Mal in Neukirchen stattfand und mehr als 3500 Menschen anlockte. Mittlerweile kümmert sich der gemeinnützige Verein „Kulturflut Skandaløs“ mit 30 Mitgliedern um den Ablauf des Festivals. „Dabei ist uns der nichtkommerzielle Charakter der Veranstaltung wichtig“, betont der Hamburger Dirk Petersen, der seit seiner Kindheit oft in Neukirchen zu Gast ist, in Hamburg aber wohnt. „Uns kommt es darauf an, künstlerische Qualität zu schaffen.“ Dirk Petersen sieht sich stellvertretend für alle ehrenamtlichen Helfer, die mit ihrem Einsatz dafür sorgen, dass Südtondern auf der deutschen Festival-Karte für junge Menschen sichtbar geworden ist.

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