Baufortschritt : Endspurt für den Klimadeich

Gut zu erkennen ist, wo die künftige Deichpromenade verlaufen wird.
Gut zu erkennen ist, wo die künftige Deichpromenade verlaufen wird.

Letzter Abschnitt des Küstenschutzes soll in 1,5 Monaten fertig sein / Arbeiten für die Promenade haben früher als geplant begonnen.

shz.de von
09. Juni 2018, 06:45 Uhr

Dagebüll | Es staubt und dröhnt von den Motoren der Lkw und Schaufelbagger: Auf der Deich-Baustelle in Dagebüll. Spätestens in sechs Wochen soll der zweite Klimadeich im Land fertig sein. Im vorderen Bereich ist zudem mit dem Bau der neuen Promenade begonnen worden.

„Für uns hat das warme und trockene Wetter einen merklichen Baufortschritt bewirkt“, sagt Lutz Pfitzner, Projektleiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Schleswig-Holstein. Folge: Der nun 7,95 Meter hohe Deich hat sich schneller als die im Herbst prognostiziert gesetzt. Deutlich zu erkennen ist daher bereits, wo die künftige Deichpromenade samt Beleuchtung verlaufen soll. Angelegt und stabilisiert wird auch der künftige Weg auf der Deichkrone. Angelegt wird zudem noch eine barriere freie Badestelle mit sanitären Anlagen. Für diese touristische Aufwertung hat die aufstrebende Tourismusgemeinde mit boomenden Übernachtungszahlen bereits im Vorjahr einen Förderbescheid über zwei Millionen Euro erhalten. Für den Deichbau an sich sind rund elf Millionen Euro veranschlagt. Doch diese Summe wird wohl nicht ausreichen. Denn schwere Sommersturmfluten und heftige Orkantiefs im Herbst des vergangenen Jahres haben an der Substanz des Klimadeiches und an den Nerven des Bau-Teams heftig genagt.

An sich endet der Deichbau mit Beginn der Schutzzeit am 1. Oktober. „Wir mussten bis in den Dezember hinein bauen, haben aber alle Bauziele für 2017 noch erreicht“, sagt Lutz Pfitzner.

Deutlich schneller und einfacher geht es derzeit voran. „In einem, spätestens in anderthalb Monaten ist das letzte Stück Deich fertig, das eine Setzungszeit von nur 60 Tagen brauchen wird“, sagt Lutz Pfitzner.

Dieses entsteht südlich des flachen Wattzugangs Richtung Leuchtturm. Gebaut wird – anders als im Vorjahr – ohne Schutzdeich. Der provisorische Kajedeich direkt an der Wasserkante ist bereits komplett zurück gebaut. „Der Kern dieses Stückes wird nicht mit Sand, sondern mit Schotter aufgebaut. Dieses Material würde auch einem stärkeren Wellengang standhalten“, erklärt Lutz Pfitzner.

Baufortschritt hin oder her – derzeit sieht die Baustelle im Vergleich zur Ruhezeit wieder ziemlich aufgewühlt aus. „Dieser Eindruck ist da. Es fragen auch einige, warum reißt ihr alles wieder auf“, sagt Kurt Hinrichsen, Dagebülls stellvertretender Bürgermeister. Doch wenn weiter so fleißig gearbeitet werden kann, dann werde schon bald ein deutlich aufgeräumterer Eindruck entstehen.

Allerdings nicht rund um das Strandhotel an der Hafeneinfahrt, dessen Terrasse einer Baustellen-Loge gleicht. Der dortige Deichabschnitt wird erst nach der Saison, zusammen mit dem Bau der neuen Stöpe an der Hafeneinfahrt chic hergerichtet.

So toll das Wetter für den Baufortschritt auch ist, für die vielen Urlauber und die Einheimischen sei es laut Hinrichsen natürlich sehr bedauerlich, dass es bei dem tollen Wetter keinen Badebetrieb geben kann – schon im zweiten Jahr hintereinander. „Wir hoffen, dass bis zu den Herbstferien im Oktober Promenade und Badestelle fertig sind“, sagt Hinrichsen. In jedem Fall hätte Dagebüll aber ab dem kommenden Jahr eine touristische Infrastruktur an der Wasserkante, die sich sehen lassen kann – und einen Deich, der auch dem erwarteten Anstieg des Meeresspiegels gewachsen ist.

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