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Künstler-Haus : Endlich wieder viel Raum für die Kunst

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Zweieinhalb Jahre nach dem Brand, der sein Wohnhaus zerstörte, präsentiert der Künstler Achim Götze sein neues Domizil.

Fast zweieinhalb Jahre nach dem Großbrand, der das Zuhause von Gotelind und Achim Götze zerstörte, konnte das Ehepaar sein neues Heim beziehen. Ein langer Kampf mit Versicherungen und Gutachtern liegt hinter den Götzes, die froh sind, nun endlich angekommen zu sein und wieder ein eigenes Dach über dem Kopf zu haben. Eigentlich sollte alles genauso wieder aufgebaut werden, wie und wo es war, doch die aktuellen Verordnungen verhinderten, dass der Neubau so dicht an der Straße errichtet wurde, wie das bisherige Haus stand. „30 Meter weiter in das Grundstück hinein“ lautete die Vorgabe vom Straßenbauamt, berichtet Achim Götze und seine Frau fügt an: „Es wurden so viele Bäume gefällt, das hat mich ganz traurig gemacht.“

22 Jahre hatte das Ehepaar in dem alten Reetdachhaus gelebt, nachdem es es zuvor liebevoll restauriert und renoviert hatte. Und dann war im März 2013 plötzlich innerhalb weniger Stunden alles weg und nicht mehr übrig, als ein Haufen Schutt und Asche.

Der Grundriss des Hauses sollte auf jeden Fall beibehalten werden, nur eine Spiegelung der Grundfläche war notwendig, damit das Haus am Ende des Grundstücks gebaut werden und gleichzeitig das kleine Biotop und der hundert Jahre alte Apfelbaum erhalten bleiben konnten.

Im Inneren des neuen Zuhauses von Ehepaar Götze dominiert die Farbe Weiß. „Meine Bilder sind das Wichtigste, sie sollen Raum und Luft haben“, erklärt der Künstler. Unter dem Dach hat er sein Atelier, im Erdgeschoss hängen großformatige Werke auf Leinwand im „ehemaligen Stall“, wie der Raum auch heute noch genannt wird. Eine riesige Tafel nimmt den Raum in der Mitte ein. „Die Stühle haben wir aus den Trümmern gerettet“, berichtet Gotelind Götze, „und die Kissen ganz lange gelüftet. So etwas bekommt man heute gar nicht mehr.“ Auch in den übrigen Räumen hat das Ehepaar moderne Hingucker, die frisch aus der Designerwerkstatt stammen könnten. „Das haben wir alles in Trödelgeschäften für kleines Geld entdeckt“, verrät der Künstler stolz. „Ich wehre mich dagegen, dass immer alles neu gekauft wird und gleichzeitig so viel weggeschmissen wird“, fügt er an. Mit geschicktem Auge hat der Künstler viele unterschiedliche Objekte zu einem perfekten Ganzen zusammengefügt: seinem neuen Zuhause. Auch die große Holzschablone, die die Handwerker für die Fensterwölbung benötigten, landete nicht auf dem Müll – aus ihr hat der 78-Jährige ein neues Ehebett gezimmert. Vieles ist seit dem Brand unwiederbringlich weg, aber auf eins haben Gotelind und Achim Götze bei der Einrichtung des neuen Hauses bewusst verzichtet: High-Tech.

Das Ehepaar hat sich schnell in den neuen Räumlichkeiten eingelebt; Achim Götze hat schon wieder einige Bilder gemalt. Und nun, nachdem das Großprojekt Haus geschafft ist, hat er auch schon wieder neue Pläne: „Ich möchte gerne Kunst hier erlebbar machen. Es soll ein offenes Haus werden.“ Wie genau das aussehen wird, verrät er allerdings noch nicht.

 

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erstellt am 13.Okt.2015 | 07:15 Uhr

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