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Nordfriesland Tageblatt

23. Oktober 2017 | 19:27 Uhr

Kurzfilmfestival : Emotionen im Zeitraffer

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Vorankündigung zur „Kurzfilmrolle 2015“ im Ecks Kino hatte wohl bei zahlreichen Niebüllern die Neugierde geweckt – und das zu Recht.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2016 | 10:30 Uhr

Schon vorab war zu spüren, dass etwas Besonderes in der Luft lag. An der Kinokasse von Familie Eck hatte sich eine Warteschlange bis auf den Vorplatz gebildet – und das bei winterlichen Temperaturen und Schneefall.

Wer das Glück hatte, eine Eintrittskarte zu ergattern, durfte im kleinen „Kino 3“ mit gemütlicher Wohnzimmer-Atmosphäre Platz nehmen. Der Raum war nach kurzer Zeit bis auf den letzten Platz besetzt. Daher wurde überlegt, die Vorführung der „Kurzfilmrolle 2015“ spontan in einen der beiden größeren Kinosäle zu verlegen, denn draußen warteten noch immer Interessierte. Schließlich improvisierten die Veranstalter: Einige Stühle wurden bereitgestellt und eine Wiederholung des Events wurde angekündigt, noch bevor es angefangen hatte.

Und dann ging es endlich los: Nach ein paar einführenden Worten der FSJ-lerin Natalie Kujawa, die im Namen des Niebüller Kulturbüros die Kurzfilmrolle zum siebten Mal nach Niebüll geholt hatte, übernahm Filmemacher Claus Oppermann das Wort. Zunächst stellte er heraus, dass Niebüll mit der Besucherzahl alle Rekorde schlug und erläuterte dem Publikum das Projekt sowie die Absichten und Macher dahinter. Dann hieß es „Film ab“ für den ersten von zehn preisgekrönten Kurzfilmen aus Schleswig-Holstein: Ein so genannter Stop-Motion-Film mit dem Titel „Praxis Dr. Plattdütsch“, dessen Pointe nach nur knapp zwei Minuten für großes Gelächter sorgte. Es folgten Filme unterschiedlichster Couleur zwischen zwei und dreizehn Minuten Spieldauer. Witzig, traurig, historisch, skurril, abgehoben, persiflierend oder bedrückend, viele nachdenklich stimmend  … Eine breite Palette von Emotionen wurde quasi im Zeitraffer angesprochen.

Die Moderation von Claus Oppermann ergänzte in sympathischer und kurzweiliger Weise Hintergrundwissen zum Gezeigten und allgemein zu Film und Kino. Die Anwesenden lernten: „Der Abspann eines Filmes dient als Verbeugung der Macher vor dem Publikum.“ Daher sei es unter Kennern ein „No-Go“, den Kinosaal vor Ablauf des oft langen, aber informativen Endtextes zu verlassen. Nach jedem Film veranstaltete der Moderator ein kurzes Quiz, indem er den Zuschauern Fragen zum Film stellte. Die richtigen Antworten wurden mit kleinen Preisen und mit einem Hauptgewinn belohnt, was zusätzlich zur guten Stimmung beitrug.

Nach dem Film „Meerenge“, der von einem jungen Filmteam aus Niebüll gedreht wurde, holte Oppermann den anwesenden Tontechniker Philipp Jahnke zu sich nach vorne und stellte ihm einige Fragen zur Entstehung. Für viele Besucher war es beeindruckend, so nahe am Film zu sein.

Mit den letzten beiden Filmen machte der Moderator Werbung für einen Filmwettbewerb, der jährlich vom Landesverband Jugend und Film ausgerufen wird. Beide waren in „Nur 48 Stunden“ entstanden – so auch der Titel des Wettbewerbs. Nach zweieinhalb Stunden endete ein wunderbar unterhaltsamer Abend, der nachwirkt. Allen, die diesen nicht erleben konnten, sei der Besuch der Wiederholungsvorführung besonders ans Herz gelegt.


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