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Klassischer Liederabend : Emotionaler Höhenflug

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Klassischer Liederabend im Andersen Hüs war ein voller Erfolg

Ein klassischer Liederabend fand zum ersten Male in der Geschichte des durch vielerlei kulturelle Veranstaltungen und Aktivitäten unterschiedlichster Art bekannten „Andersen-Hüs“ in Klockries (Gemeinde Risum-Lindholm) statt.

Gestaltet wurde er von der international renommierten Sopranistin Irmgard Vilsmaier, die schon als Ensemblemitglied oder Gast auf vielen bedeutenden Opernbühnen sang, dem seit 1997 am Schleswig-Holsteinischen Landestheater tätigen Bariton Ansgar Hüning, der ebenfalls schon an bedeutenden Festspielen und Liederabenden im In- und Ausland erfolgreich mitwirkte, sowie von der in Hof, Würzburg, Hannover und Lübeck ausgebildeten Pianistin Constanze Vogel.

Letztere kann auf mehrere Erfolge beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ hinweisen und hat ebenfalls bereits mit diversen bedeutenden Künstlern und Orchestern zusammengearbeitet. Sie begleitete, sich den Singstimmen einfühlsam anpassend, alle Lieder des Konzertabends. Dass dabei das Klavier zuweilen störend zirpte, ist ihr nicht anzulasten. Für das Künstler-Trio war dieser der erste gemeinsame Auftritt. Wie erhofft, sollte er sich als voller Erfolg erweisen. Wie groß das Interesse der Musikfreunde in Südtondern an dem Konzert war, ist schon daran abzulesen, dass dieses schon fünf Wochen zuvor restlos ausverkauft war.

Geprägt waren die Darbietungen durch hochromantische Kompositionen von Robert Schumann, ergänzt durch vier Lieder und und eine Romanze, die seine Ehefrau Clara, geborene Wieck, verfasst hat. Zum Auftakt erklangen die in die Thematik der romantischen Liebe einführenden Lieder von Clara Schumann, mit klarer Stimme und deutlicher Aussprache gesungen von Irmgard Vilsmaier: „O du, mein Stern“, „Liebst du um Schönheit“, „Sie liebten sich beide“ und „Er ist gekommen in Sturm und Regen.“ Mal sehr gefühlvoll, mal extrem stürmisch schien sie die durch den vollen Saal ein wenig gedämmte Raumakustik zunächst einmal auszuloten, um sich fortan den Gegebenheiten stimmlich optimal anzupassen: vom zartesten Piano bis zum dramatischen Fortissimo. Die betont emotionale Interpretation der von Constanze Vogel dargebotenen „Romanze Nr. 11“ Nr. 1 Es-moll von Clara Schumann leitete über zum Liederzyklus „Dichterliebe“ von Robert Schumann, bestehend aus der meisterlichen Vertonung 16 ausgewählter Texte aus „Lyrisches Intermezzo“ von Heinrich Heine.

Das vom Bariton Ansgar Hüning überzeugend zum Ausdruck gebrachte extreme Schwanken der Gefühle von „himmelhoch jauchzend“ bis „zu Tode betrübt“, die ganze Skala emotionaler Erfahrungen Liebende beim Erleben von Hoffen, Sehnsucht, Liebe und Leidenschaft konnte Schumann aus eigenem Erleben tief nachempfinden. Am anrührendsten gingen die Lieder zu Herzen, die von Trauer, zerrissenem Herzen und dem Gefühl der Verlassenheit sprachen. Nur durch Heines Einschübe romantischer Ironie wurde das Leid für die Zuhörer ein wenig gelindert. Den zweiten Schumann’schen Liederzyklus, „Frauenliebe und -leben“, komponiert auf Texte von Adalbert von Camisso, interpretierten in nachhaltig beeindruckender Weise Irmgard Vilsmaier und Constanze Vogel.

Optimistischer ließ Constanze Vogel zuvor in der „Romanze, op. 28 Nr. 2 Fis-Dur“ den liedhaften, unmittelbar ins Ohr gehenden cantus firmus erklingen, nachdem Ansgar Hüning die Zuhörer mit zwei weiteren Liedern desselben Komponisten erfreut hatte: „Der Nussbaum“ und „Erstes Grün“. Das spürbar begeisterte Publikum erklatschte sich am Ende noch vier Zugaben, als deren letzte Constanze Vogel die berühmte „Träumerei“ von Robert Schumann erklingen ließ.

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erstellt am 28.Aug.2014 | 05:00 Uhr

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