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Eiserne Hochzeit: 65 Jahre Arbeit, Reisen und viel Zuneigung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

von
erstellt am 27.Okt.2015 | 12:24 Uhr

Von der romantischen Lyrikerin Bettina von Arnim stammt der Satz: „Die Liebe ist das geistige Auge, sie erkennt das Himmlische.“ Und ebendieses Himmlische haben Kurt (91) und Bodine (87) Bork aus Neukirchen erkannt und behalten. Seit nunmehr 65 Jahren verbringen sie in eng verbundener Ehe ihr Leben miteinander.

Auf Antrag eines Bauern wird Kurt Bork 1945 extra aus dem Kriegsdienst in der Normandie abgezogen, um bei der Arbeit auf den Rübenfeldern zu helfen. Bei dieser Plackerei lernen sich die heutigen Jubilare kennen, näher kommen sich die damals jungen Leute aber erst wenige Jahre später beim Tanz. 1950 heiraten die Borks schließlich. Anfänglich leben die Eheleute auf kleinstem Raum in einer Einzimmerwohnung zusammen, ziehen aber bald in eine kleine Baracke. Diese Behelfsunterkunft stellt sich allerdings als so undicht heraus, dass sogar Vögel regelmäßig durch das Wohnzimmer fliegen, erinnern sich Bodine und Kurt Bork. Schnell ist klar, dass ein eigenes Haus her muss. 1965 bauen die beiden ihr heutiges Heim im Kirchenweg, in dem sie weiterhin so lange leben möchten, wie es ihnen möglich ist.

Ihr Leben sei geprägt von schwerer Arbeit, sind sich die Borks einig. Ab 1946 arbeitet Kurt Bork selbstständig mit seinem Vater zusammen. Sie fahren durch die Lande und verkaufen nicht nur Fische, die ihre bevorzugte Handelsware sind, sondern auch Kohlen oder Kartoffeln. 1972 geht er zur Bundeswehr, wo er bis 1989 hauptsächlich am Steuer eines Lkw eingesetzt wird. Sogar in das französische Marseille führen ihn seine anbefohlenen Reisen. Heute, lange nach seiner Pensionierung, ist er noch viel im Garten tätig. Bodine Bork ist die meiste Zeit Hausfrau und Mutter. „Immer nur putzen“ sei ihr aber nicht genug gewesen, weswegen sie auch neun Jahre lang als Kirchendienerin tätig war. Auch abseits der Arbeit waren die Eheleute immer aktiv: Kegelverein, Landfrauen und die 60-jährige Mitgliedschaft im DRK zeugen von regem Vereinsleben. Von 1945 bis 1950 war Kurt Bork auch Mitglied der Aventofter Feuerwehr. Nach dem Umzug nach Neukirchen war das nicht mehr möglich. Die Neukirchener Feuerwehr hatte genug Mitglieder. Eine Antwort, die er heute wohl nicht bekäme. In ihrer Aktivität sehen die beiden auch das offene Geheimnis ihrer langen Ehe. Jeden Sonntag sind sie unterwegs, regelmäßig besuchten sie früher Tanzveranstaltungen und erkundeten den deutschsprachigen Raum auf zahllosen Reisen.

Das Ehepaar feiert dieses Ereignis am Sonnabend in kleiner Runde mit ihren zwei Kindern, vier Enkeln, zwei Urenkeln und mit ihren Geschwistern. Sie wünschen sich, noch lange zusammen bleiben zu können.

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