zur Navigation springen

Amboss-Wettkampf : Eisenhartes Rennen für echte Friesen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Teams der dritten Amboss-Wettkampfs trotzen Sturm und Regen – und meistern auch schwierige Hindernisse für die Feuerhölle.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 03:18 Uhr

Risum-Lindholm | Glühend heiße Tonnen, aus denen Flammen in die Luft schlagen, dazwischen ein Labyrinth von ineinander gestapelten, rutschigen Baumstämmen, darunter aufgeweichter Boden, von oben heftige Schauer und von der Seite stürmische Böen – die Friesenhölle zählt am Sonnabend zu den anspruchsvollsten Hindernissen des dritten Amboss Rennens im und rund um das Helmut Hennig Stadion in Risum-Lindholm. Heftig, nass und matschig sind die Bedingungen auch an der Groten Mandränke oder im Pidder Lüng Graben. Schon an sich ist das Amboss Rennen kein Ponyhof, doch unter den Wetterbedingungen, wie sie zwischen zwei sonnigen Tagen den ganzen Sonnabend lang über die Marsch peitschen, zeigt sich besonders eindrucksvoll, wie hart im nehmen echte Nordfriesen sind – und dabei offensichtlich auch noch höllisch viel Spaß haben.

„Wir sind doch irre!“ „Geht gar nicht!“ Oder: „Wie geil!“ Ausrufe wie diese zeigen, welch große Portion an Glückshormonen ausgeschüttet wird, wenn ein Team – bestehend aus vier rotbäckigen, durchnässten und meist bis zum Kinn mit Schlamm bespritzten Frauen und Männern – ein besonders kniffeliges Hindernis gemeistert hat. „Gefordert ist nicht nur Fitness und Geschicklichkeit, sondern vor allem Teamgeist“, betont Bernhard Vogel, Organisator und bei Dauerregen auch taffer Moderator des hammerharten Hindernis-Laufes. Das zeigt sich auch beim Labyrinth aus unzähligen auf- und übereinander gestapelten Treckerreifen, deren abgefahrene Oberfläche natürlich durch den Regen besonders rutschig ist. Nicht alle Frauen – und auch nicht alle Männer – schaffen es allein, auf die Radstapel zu klettern. Ganz selbstverständlich werden Hände und Arme zu Trittleitern, wird schon mal ein Hintern nach oben geschoben oder eine Hand hilfreich zum Abstieg gereicht.

Derweil bearbeitet die Symbolfigur des Rennens – Frerk der Friesenschmied – mit purer Muskelkraft seine Eisen, die dabei sprühenden Funken lässt der Regen sofort mit einem Zischen verdampfen. Alle Elemente sind spürbar bei diesem im Land einzigartigen Wettkampf, der auch für die Verbundenheit zur friesischen Heimat steht. Alle Hindernisse habe in ihrem Titel und Aufbau einen Bezug zu besonderen Persönlichkeiten oder Ereignissen Nordfrieslands. Auch viele Teams zollen der rauen Westküste Tribut – absolvieren die Strecke im Wikinger-Outfit oder geben sich Namen wir Odins Erben und erweisen damit einem der größten Götter der Germanen die Ehre.

Dennoch ist der Wettergott nicht auf Seiten der so besonderen Veranstaltung. Doch gerade durch die erschwerten Bedingungen wird das dritte Amboss Rennen zu einem ganz außergewöhnlichen Erlebnis, über das in vielen Firmen, Vereinen und Familien noch lange gesprochen werden wird. Die Firmenstaffeln sind es denn auch, die den Wettkampf mit ihrem Start um 12 Uhr eröffnen, im Stundentakt gefolgt unter anderem von Jugend- und taffen Frauenteams. Höhepunkt ist der Start der Sportvereine um 17 Uhr, der Cracks, für die der Boden komplett aufgeweicht und von den anderen Staffeln aufgewühlt ist, die als einzige den zwei Kilometer langen Hindernislauf nicht zwei sondern drei Mal umrunden. Der MTV Leck belegte dabei den ersten Platz, vor dem Schlubbertrup 2 des SV Enge Sande.

Doch nicht nur die Schnellsten und Sportlichsten, alle sind Sieger, die sich unter diesen extremen Bedingungen aufgerafft haben und mit ihrem Team bei harter Rockmusik im Stadion den Zieleinlauf schaffen. Als nicht von Pappe zeigen sich an der gesamten Strecke auch hunderte von Zuschauern, die oft Stunden lang gut gelaunt und wetterfest eingepackt ausharren, um ihre Teams und auch alle anderen Amboss-Frauen und -Männer laufstark anzufeuern.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen