Garten der Begegnung : Eintauchen und innehalten

So soll der „Garten der Begegnung“ aussehen.
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So soll der „Garten der Begegnung“ aussehen.

Neues Projekt in der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund: Brachliegende Fläche wird zu „Garten der Begegnung“.

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13. März 2018, 06:00 Uhr

Ladeland | In der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund tut sich etwas. Auf einer 1200 Quadratmeter großen brachliegenden Fläche zwischen dem Dokumentenhaus und den Gräbern der KZ-Opfer soll ein „Garten der Begegnung“ entstehen. „So wie es jetzt ist, sieht es einfach nicht schön aus“, findet Sighart Baumgardt. „Daher hatten wir die Idee, auf dieser bisher trostlosen Fläche etwas Schönes zu gestalten“, so der Vorsitzende des Kirchengemeinderats weiter. Dabei soll ein Ort entstehen, „der Menschen zum Innehalten einlädt“, wie die Förderverein-Vorsitzende Gudrun Jessen-Hansen betont.

Wie in der Vergangenheit schon andere Aktionen steht die Umgestaltung unter dem Motto „Hand in Hand – Putten – Ladelund“. 111 der 300 Häftlinge, die zwischen dem 1. November und dem 16. Dezember 1944 in dem Konzentrationslager ums Leben gekommen sind, stammten aus der niederländischen Stadt – die Beziehung zwischen Ladelund und Putten ist daher eine besondere und soll mit der gemeinschaftlichen Gestaltung des Gartens weiter vertieft werden. „Das Projekt soll zeigen, dass Versöhnung möglich ist, und dass wir gemeinsam etwas schaffen können“, erklärt Baumgardt.

Der Entwurf, der demnächst umgesetzt wird, ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen einem niederländischen Garten-Architekten und dem Studenten Thorsten Hansen, dem Sohn von Gudrun Jessen-Hansen. Vorgesehen ist eine Sichtachse zwischen dem Dokumentenhaus und der Gedenkstätte. Den Mittelpunkt des Gartens bildet ein um 50 Zentimeter abgesenkter Platz mit einer Rasenfläche und Wegen, die darum herum führen. „Unsere Idee ist, dass die Besucher so in den Garten eintauchen können. Das schafft Schutz und Intimität“, erklärt Thorsten Hansen. Umgeben werden der Platz, dessen Begrenzungen gleichzeitig als Sitzgelegenheiten dienen, und die Zugangswege von bepflanzten Flächen. „Da könnten wir uns eine Wildblumenwiese vorstellen. Wichtig ist, dass die Bepflanzung pflegeleicht ist“, sagt Gudrun Jessen-Hansen. Ein großer Vorteil sei zudem die Veränderbarkeit, so könne ein Angehöriger dort beispielsweise eine selbst mitgebrachte Pflanze einsetzen.

Die Kosten für die Gestaltung des Gartens werden schätzungsweise bei 30 000 Euro liegen, die ausschließlich über Spenden finanziert werden sollen – auch aus Putten. Ein Drittel des Betrags soll zudem ab dem 4. April im Rahmen einer Crowdfunding-Initiative bei der VR Bank zusammenkommen.

Die Umsetzung des Konzepts übernimmt federführend Michael Körkemeyer. Der Landschaftsplaner aus Dörpum wird aber zahlreiche Helfer haben, wenn der 1. Bauabschnitt am 4. April beginnt. „Es kommen 23 Puttener, um bei den Vorbereitungen zu helfen“, sagt Gudrun Jessen-Hansen. Für einige der Gäste aus den Niederlanden wird noch nach einer Übernachtungsmöglichkeit gesucht. „Auch sonst ist jeder, der mitmachen möchte, herzlich eingeladen“, betont Sighart Baumgardt.



Wer helfen oder Quartier zur Verfügung stellen möchte, kann sich bei Gudrun Jessen-Hansen per Mail gudrunj-hansen@freenet.de oder Telefon 04666/ 541 melden.

Wer spenden möchte, kann dies beim Förderverein tun. IBAN: DE60 5206 0410 0006 4543 72; BIC: GENODEF1EK1; Verwendungszweck: Garten der Begegnung.

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