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Nach Starkregen : Einsatz für einen reibungslosen Ablauf

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das Niederschlagsmittel für August ist bereits überschritten. Der Deich- und Hauptsielverband muss Bewirtschaftung auf den Feldern und Naturschutz sicherstellen.

shz.de von
erstellt am 18.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Anhaltende Niederschläge mit zeitweisem Starkregen werfen die Frage auf, wie die Landschaft ihr überflüssiges Regenwasser so schnell wieder loswird. Diplom-Ingenieur Thies Horn, Geschäftsführer des Deich- und Hauptsielverbandes (DHSV) Südwesthörn-Bongsiel, gibt Antworten.

Es habe in der Tat in der zweiten und dritten Augustwoche reichlich Regen gegeben. So sei noch vor Monatsmitte mit 88 Millimetern Niederschlagsmenge das Monatsmittel der vergangenen 20 Jahre für August von 85,3 Millimetern überschritten worden. Thies Horn sieht darin keine Besorgnis erregende Situation. Es sei fast noch Normalität, meinte er und stützt sich auf die gleich nach den Regenfällen wieder aufgenommene Gewässerpflege.

Die Bagger sind im Gange und heben den hindernden Bewuchs aus den Wasserläufen heraus. Neben der Grabenreinigung sei auch die Maht und damit Pflege der Deichböschungen in vollem Gange. Keine besonderen Vorkommnisse also? Nein, außer, dass wie immer die Zeit drängt. Und warum? „Wir sind gesetzlich gehalten, die Gewässerpflege unter Berücksichtigung des Naturschutzes vorzunehmen“, sagt Horn. Neuerdings sei die Einhaltung der Spielregeln an die Gewährung öffentlicher Zuschüsse gekoppelt. Insoweit darf auf den Deichböschungen erst ab Mitte August gemäht werden. Dann sei die Brutzeit beendet und gefiederte Völkchen aus den in der Region zwei Dutzend geschützten Vogelarten flügge. Was die Gewässer angehe, so müsse Muschel, Krebs, Neunauge und Fisch ebenfalls geschützt werden.

Der Hauptverband und die 39 Sielverbände müssen zusammen 1000 Kilometer Wasserläufe fließend halten. „Wir sind mit den pflegerischen Arbeiten an unseren Gewässern voll drin.“ Doch auf der einen Seite ist der Verband verpflichtet, für den reibungslosen Ablauf des Niederschlagswassers zu sorgen, „damit die Landschaft bewohnbar bleibt und sie der Bauer bewirtschaften kann.“ Andererseits gilt es, den Naturschutz zu beachten. Horn: „Es ist nicht leicht, diesen Spagat durchzustehen.“

Es stehen weitere Aufgaben an. In der Soholmer Au gilt es, der Versandung entgegenzuwirken. So sollen in Kürze auf einer Länge von drei Kilometern zwischen der B 5 und der Leeglandsdamm-Brücke 55 000 Kubikmeter Sand entnommen und auf ein nahes Spülfeld verbracht werden. Thies Horn schätzt diese Maßnahme auf Kosten nahe einer Million Euro. Damit soll die Fließgeschwindigkeit des Wassers aus dem Einzugsbereich der Au im grünen Bereich gehalten werden. Überhaupt: Im DHSV-Verbandsgebiet fließt kein Wasser von selbst. Weil es in der Marsch keinerlei Gefälle gibt, müssen die heute 32 Schöpfwerke dem Wasser „Beine machen.“ Das kostet. Horn blättert im Haushalt und nennt 2,8 Millionen Kilowattstunden jährlich und Stromkosten von 725 000 Euro.

Willkommenes Licht am Horizont verheißt die Breitbandversorgung, von der der Verband technisch und organisatorisch profitieren wird, jedoch an die Geschwindigkeit gebunden ist, wie schnell die Kommunen im Verbandsgebiet auf die schnelle Datenautobahn einschwenken können. Am Beispiel Risum-Lindholms erläutert Horn, wie Schöpfwerke künftig sowohl ferngesteuert und fernüberwacht werden, als auch Infos über Wasserstände und Handlungsbedarf liefern können. „Die Anschlussverträge für das ‚BBN‘ liegen bereits in der Schublade.“

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