zur Navigation springen

Umweltausschuss : Einsatz für eine nachhaltig bessere Welt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Stadt will die 17 Ziele und 169 Unterziele der Agenda 2030 erfüllen . Die „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“ unterstützt sie dabei.

Nachhaltiges Handeln geht nicht nur Städte etwas an, auch Gemeinden und kleinere Kommunen engagieren sich intensiv. Diese Erkenntnis ist längst in Niebüll angekommen, gerade wurde die Stadt zur „Fairtrade Town“ ernannt. Um den Level weiter zu heben, hatte Stadtmarketing-Chef Holger Heinke Sebastian Dürselen, Projektleiter Global Nachhaltige Kommune (Servicestelle Kommunen in der Einen Welt) eingeladen, um im Umweltausschuss zu referieren.

Dürselens Ausgangspunkt war die im September 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedete Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit ihren 17 globalen Nachhaltigkeitszielen, den Sustainable Development Goals (SDGs). Diese gelten für alle Länder weltweit, weshalb auch in Nordfriesland konkreter Handlungsbedarf zur Umsetzung der Ziele besteht. „Den Kommunen kommt dabei aufgrund des Zusammenwirkens von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft eine Schlüsselfunktion zu“, betonte der Referent.

Die Ziele erfassen alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Sie reichen von der Beseitigung der Armut und des Hungers über den Schutz und die Wiederherstellung der Ökosysteme bis hin zur Erhaltung der Ozeane. Auch die Förderung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums und die Sicherstellung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster gehören dazu. Der Katalog fordert die weltweite Verbesserung der Lebensbedingungen und den Schutz natürlicher Ressourcen.

Die Nachhaltigkeitsziele sind überaus vielfältig: Es gibt 169 Unterziele. „Das hört sich gewaltig an“, sagte Thomas Uerschels (SPD) fast kleinlaut. Eine Frage stand daher schnell im Raum: Wie kann das auf Niebüll heruntergebrochen werden? „Wir sind schon lange auf dem Weg“, konstatierte Bürgermeister Wilfried Bockholt, verwies auf die Anfänge mit Grasdächern für Carports in den 90er Jahren, erwähnte die erfolgreiche kommunale Wärmeplanung, legte zugleich den Fokus auf die „Umsetzbarkeit“. Denn Nachhaltigkeit sei ein äußerst komplexes Verfahren. „Wie können die Ziele in die Amtsverwaltung implantiert werden? Wer finanziert den Mehraufwand, etwa wenn bei Bauaufträgen auf nachhaltiges, fair gehandeltes Gestein geachtet werden muss?“

Während Jürgen Henninsen (CDU) befürchtete, dass wie bei anderen großen Kampagnen „alles im Sande verlaufe“, verlangte sein Fraktionskollege Bert Bruhn eine Abprüfbarkeit der Bemühungen. Sebastian Dürselen machte Mut: „Wir gehen strategisch vor, gehen alles systematisch an und haben einen 15-Millionen Etat. Sie können bei uns professionelle Hilfe durch einen Koordinator beantragen.“ Die Erleichterung stand dem Ausschuss-Vorsitzenden Peter Schumann (SPD) förmlich ins Gesicht geschrieben. „Diese Personalie ist wichtig!“ Holger Heinke zeigte sich optimistisch: „Das Programm überfordert uns nicht. Wir untermauern durch eine Beteiligung unser bisheriges Handeln mit Fairtrade, dem Ausbau der Radwege, Aktionen gegen Plastikmüll.“

Bürgermeister Wilfried Bockholt betonte abschließend, dass Stadtmarketing keine Spaßveranstaltung sei, es gehe um eine Grundhaltung. „Diese Grundhaltung zur Nachhaltigkeit haben wir. Wir haben keine Angst vor 169 Punkten.“ Dem schloss sich Thomas Uerschels an. „Es geht nur gemeinsam.“ Das Finale war filmreif: Der gut vorbereitete, eloquente Sebastian Dürselen von der Servicestelle Kommunen übergab Holger Heinke zum Abschied gleich das Antragsformular für einen Koordinator in die Hand.

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) ist das Kompetenzzentrum für kommunale Entwicklungspolitik in Deutschland. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung steht SKEW den Kommunen seit 2001 als Service- und Beratungseinrichtung zur Verfügung. Strategien und Programme gestaltet sie gemeinsam mit der breiten Beteiligungsstruktur in den Gremien Programmbeirat und Programmkommission. Schwerpunkt dabei sind die Zukunftsthemen kommunale Partnerschaften, Migration und Entwicklung, Global Nachhaltige Kommune sowie faire öffentliche Beschaffung.

Ihre Mitarbeiter unterstützen kommunale Akteure in ihrem entwicklungsbezogenem Engagement durch Qualifizierungs-, Informations- und Beratungsangebote. Sie setzen Modellprojekte um und geben Hilfestellung zur finanziellen Förderung. Mit dem Ziel kommunale Partnerschaften zu stärken, bietet SKEW Kommunen aus Deutschland und aus Ländern des Südens eine Dialogplattform um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam lokale Lösungsansätze zu globalen Fragen zu entwickeln.






zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen