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Nordfriesland Tageblatt

22. November 2017 | 21:34 Uhr

Einsatz für den Artenschutz

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Nistkästen im Langenberger Forst sind marode / Interessierte können dabei helfen, die Häuschen frisch zu machen, damit Vögel wieder brüten

Wer mit offenen Augen durch den Langenberger Forst wandert, entdeckt ungezählte Nisthilfen. An vielen nagt der Zahn der Zeit, sie bedürfen der Pflege oder müssen gar entfernt werden. Paul Hantusch (Foto) hatte diese Aufgabe jahrzehntelang übernommen, jetzt braucht er Unterstützung: Wer hilft, damit Stare, Meisen, Trauerschnäpper und Co. in sauberen und unbeschädigten Höhlenkästen ihren Nachwuchs aufziehen können? Nisthilfen dienen dem Artenschutz. Nicht nur Vögel, sondern auch Säugetiere wie Fledermäuse und Bilche sowie Insekten wie Bienen, Hornissen, Wespen und Hummeln profitieren von aufgehängten Höhlenkästen.

„Nisthilfen verdeutlichen, dass unsere Umwelt in Ortschaften, an Feldern und Wiesen und im Wald nicht die erwartete Qualität bietet, um eine Vielfalt von Arten brüten zu lassen“, erklärt Förster Jörn Frank. Ein weiteres Kriterium erfordert das Aufhängen von Nistkästen: Die nordfriesischen Wälder – darunter der Langenberger Forst – sind mit ihren rund hundert Jahren verhältnismäßig jung und haben dazu in den Orkanen 2013/14 besonders ältere Bäume verloren. Aber erst große und alte Bäume bieten natürliche Nisthöhlen,erklärt der Experte. Unter dieser Voraussetzung kann auf Nistkästen für Höhlenbrüter nicht verzichtet werden. Der Naturschutzverein Südtondern unterstützt die Brutkasten-Aktion seit Mitte der 70er Jahre. „Damals haben Mitglieder der Jugendgruppe die Kästen gebaut“, erinnert Vorsitzender Gerd Oldigs. Mit Paul Hantusch in den eigenen Reihen wurde ein Vogelschützer gefunden, der sich fortan um die gefiederten Tiere kümmerte: Er baute unermüdlich neue Höhlenkästen, hängte sie auf, pflegte und reinigte die „Geburtenstationen“. Bis zu 1200 Nisthilfen inspizierte Paul Hantusch jährlich, 600 davon allein im Langenberger Forst, die andere Hälfte verteilt in den Wäldern von Karlum, Hogelund und Bärenshöft.

So viele Brutkästen werden heute nicht mehr gezählt und ihre Zahl sinkt rapide: Stürme und Witterung machen den „Hotelsuites“ zu schaffen, aber auch Buntspechte und Eichhörnchen. Diese hacken und nagen an den Nistkästen, um an die Gelege und die Brut zu kommen. Der Naturschutzverein Südtondern ruft Mitglieder und Interessierte auf, sich am Sonnabend, 28. Oktober, um 13.30 Uhr am ZOB zu einem Arbeitseinsatz zu treffen. Im Langenberger Forst sollen die Höhlenkästen auf Vordermann gebracht werden. Wer Lust hat, sich für die Vogelwelt zu engagieren, Kästen zu zimmern, aufzuhängen und zu pflegen, schreibt eine Mail an anke.philippsen@gmx.de.

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