Einmischen und sich engagieren

In Niebüll viel bewegt: Andreas Schönefeld. Foto: pre
In Niebüll viel bewegt: Andreas Schönefeld. Foto: pre

Andreas Schönefeld zieht zum Abschied Bilanz: "Wir haben die Köpfe erreicht, ich setze auf Langzeitwirkung"

shz.de von
18. Juni 2013, 03:59 Uhr

Niebüll | Der grüne Kommunalpolitiker und langjährige Vorsitzende des Vereins der Freunde des Richard-Haizmann-Museums, Andreas Schönefeld, verlässt Niebüll. In Berlin wird er ab 1. August an einer Freien Schule wirken; seine Gattin Beate folgt ihm nach, sobald eine passende Stelle frei wird.

Es war für den Großstädter ein besonderer Moment, als er 1996 nach Niebüll kam: dieser Sternenhimmel! Denn der Bootsbauer und Erziehungswissenschaftler kam in einer sternenklaren Nacht mit dem Auto an. Von Berlin nach Nordfriesland, um als Geschäftsführer der Lebenshilfe zu arbeiten.

Andreas Schönefeld war es von Beginn an wichtig, sich einzumischen, er verstand dies als Bürgerpflicht. So machte er mit beim Konfuzius-Projekt der "lernenden Stadt", gründete die Foto-Film-Schule für Jugendliche und war acht Jahre lang Vorsitzender der Freunde des Richard-Haizmann-Museums. Er regte Museumsnächte, Konzerte, Feste und Lesungen an. Allein durch Aktionen wurden 15 000 Euro an Spenden zur Renovierung des Museums eingenommen, der Verein wurde als ein "Ort der Ideen" 2007 durch den Bundespräsidenten geehrt.

Beruflich agierte Andreas Schönefeld auch als Geschäftsführer des regionalen Tourismusverbandes, gestaltete den neuen Jahreskatalog mit Fotos und Texten, besorgte die Akquise.

Zur Kommunalwahl 2008 gründete er die Grünen in Niebüll neu, war deren Vorsitzender und saß im Sozialausschuss der Stadt Niebüll, gab jede Menge an Input zur Stadtentwicklung, Rekommunalisierung der Stadtwerke oder Kinder-Jugend-Partizipation. Nebenbei organisierte er Mahnwachen für Fukushima, engagierte sich gegen CCS.

Mittlerweile als Erzieher tätig, arbeitet Andreas Schönefeld wieder an der pädagogischen Basis. Mittels Bürgerbefragungen wurde der Spielplatz Mühlenstraße zu einem Dorfplatz umgebaut. Sein Kindergarten bekam den 1. Nordfriesischen Innovationspreis für Klima- und Umweltschutz. Zum "Kochen der Kulturen" kamen nahezu Kinder und Eltern aller Nationalitäten aus Niebüll und Umgebung an die Wehle. Als Bürger-Blog initiierte Andreas Schönefeld unter "Beste Stadt" ein offenes Forum für News aus der Stadt, eine Mitmach-Seite für Bürgerbeteiligung. Das sind seine Themen - und oft genug eckte er damit an. "Bei den Auseinandersetzung hatte ich Spaß und gute Freunde gewonnen", so Andreas Schönefeld, "wir haben die Köpfe erreicht - ich setze auf Langzeitwirkung".

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