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Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 03:33 Uhr

Beratung : Einfühlsame Beratung im Still-Café

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In der Lecker Familienbildungsstätte finden junge Mütter Hilfe bei allen Fragen rund um ihr Baby – inklusive Schreiambulanz.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 10:35 Uhr

Wie häufig muss ich stillen, wird mein Baby satt oder warum schreit es ständig? Mütter sorgen sich, sind häufig überfordert und wollen Antworten. Von der Familienbildungsstelle Leck werden sie ernst genommen und nicht allein gelassen: Seit Mai gibt es ein Still-Café mit integrierter Schreiambulanz. Kostenlos und ohne Anmeldung bietet es Raum für Austausch und einfühlsame Beratung.

Sonnengelbe Wände, bunte Mobiles, ein kuscheliges Sofa – eine familiäre, heimelige Atmosphäre umhüllt die Besucher des Still-Cafés. Hier finden Mütter Ruhe und Geborgenheit, können bei einer Tasse Tee über die neue Familiensituation in einem geschützten Umfeld sprechen und werden gehört. Es tut gut, sich mit anderen Müttern auszutauschen und bei Problemen kompetente Tipps zu erhalten. Gern werden auch die Väter mit in diesen Kreis aufgenommen und natürlich Geschwisterkinder. Schließlich geht es die ganze Familie an, wenn der jüngste Nachwuchs gut gedeihen soll. Ziel ist, frühzeitig und nachhaltig die Entwicklung des Säuglings zu verbessern sowie die Beziehungs- und Erziehungskompetenz von Müttern und Vätern zu fördern.

Die Leiterin der Familienbildungsstätte, Heike Feddersen, hat sich für das Still-Café stark gemacht: „Es fehlte hier am Ort.“ Seit 1998 steht sie an der Spitze der Einrichtung und weiß von dem Bedarf.

Die Einrichtung begleitet bereits werdende Mütter, indem sie Schwangerenvorsorgeuntersuchungen in ihrem Programm aufgenommen hat, seit es keinen Gynäkologen mehr am Ort gibt. „Insbesondere jugendliche, nicht mobile und von Transferleistungen abhängige Mütter haben auf diese Weise nur kurze Wege zu überbrücken.“ Auch Rückbildungsgymnastik und Mutter-Kind-Kurse werden gut angenommen. „Doch insbesondere nach der Geburt fühlen sich manche Mütter allein gelassen und hilflos mit dem Umgang des neuen Erdenbewohners“, meint Heike Feddersen. Das soll anders werden, hier werden frühe Hilfen geboten. Ihr Konzept stieß bei der „Bundesinitiative Frühe Hilfen“ auf offene Ohren und wurde mit einem einmaligen Zuschuss gefördert.

Als Leiterin des Still-Cafés konnte Doreen Radowski gewonnen werden. Sie ist examinierte Krankenschwester und hat eine Ausbildung zur Sozialpädagogin wie zur Krippen-Pädagogin absolviert. Erfahrungen bringt sie mit als Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter (23, 19 und zehn Jahre alt). Ehrenamtlich setzt sie sich für die gute Sache ein, wird supervisorisch von den Hebammen, mit denen die Familienbildungsstätte zusammenarbeitet, unterstützt. „Ich schaue mir den Umgang mit dem Säugling an, stehe den Müttern mit pädagogischen Ratschlägen zur Seite und zeige bei Bedarf Wege auf, wie ihnen weitergeholfen werden kann“, sagt Doreen Radowski und verweist auf das große Netzwerk, über das die Einrichtung verfügt. Wer sich in der Gruppe nicht öffnen möchte, hat die Möglichkeit zur Hilfe dennoch: die Café-Leiterin kommt zu ihnen nachhause. „Wir sind für alle da“, betont die Sozialpädagogin und motiviert, das Still-Café zu nutzen. Es hat seine Türen mittwochs zwischen 9 und 11 Uhr geöffnet.


Die Familienbildungsstätte, Flensburger Straße 7, arbeitet als eine von sechs Einrichtungen in Schleswig-Holstein seit 35 Jahren in Leck. Sie begleitet Familien durch alle Phasen ihres Lebens. Im Jahr werden 380 verschiedene Kurse angeboten, die von ca. 5 000 Teilnehmern besucht werden. Leiterin Heike Feddersen stehen 21 Mitarbeiter zur Seite.

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