Winter in Südtondern : „Einfach nur warm anziehen“

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Schneefälle im Februar sind keinesfalls ungewöhnlich und die hiesigen Straßenmeistereien gut darauf vorbereitet

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27. Februar 2018, 12:17 Uhr

Überraschend ist es nicht, dass es im Winter schneit, aber in Südtondern kommt es dennoch eher selten vor. „Es ist absolut nicht ungewöhnlich, die Leute sind es nur einfach nicht gewohnt“, berichtet Jochen Johannsen vom Bauhof in Niebüll. Gestern Vormittag um halb 5 Uhr begann für die Arbeiter der Dienst: Fünf Kolonnen rückten aus, um Streusalz zu verteilen. Ab Mittag waren zehn Mann mit unterschiedlichen Fahrzeugen im Einsatz, teilweise wurde auch per Hand gestreut. „Dort, wo die Fahrzeuge nicht hinkommen, muss per Hand gestreut werden, das ist anstrengend, denn das Streugut ist schwer“, so Johannsen weiter.

Auch in Leck waren die Mitarbeiter des Bauhofes früh im Einsatz: Um vier Uhr war hier Arbeitsbeginn und vier Fahrzeuge sowie zwei Handtruppen im Einsatz, wie Anton Nahnsen berichtet.

Sorge, dass das Streusalz knapp werden könnte, braucht niemand zu haben. „Wir haben einen Vertrag mit einer Firma, die uns mit einer bestimmten Menge Salz in einer gleichbleibenden Qualität beliefert“, berichtet Rüdiger Scholz vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein. In Niebüll und in Leck werden in zwei Hallen jeweils 500 Tonnen Salz gelagert. „Wir unterhalten einen Straßennetz von 460 Kilometern, wovon etwa 400 Kilometer auf dem Festland liegen und etwa 60 Kilometer auf der Insel Sylt“, so Scholz weiter. Für einen Umlauf auf diesen Straßen brauche man etwa 50 Tonnen Salz.

Obwohl oder gerade weil Schneefall hier selten ist, fahren die Autofahrer den Witterungsbedingungen angepasst. Bis Redaktionsschluss wurden weder bei der Polizei in Leck noch in Niebüll Verkehrsunfälle aufgrund von Glätte gemeldet. „Die Leute wissen, dass sie ordentlich fahren müssen, wenn es draußen Weiß ist. Im Gegensatz zu überfrierender Nässe“, sagt Wilfried Christiansen von der Polizei Leck.

Auch die nächsten Tage muss mit Schneefall gerechnet werden: „Es kommt weiterhin zu Schneeschauern wie gestern, die bis zum Wochenende anhalten werden“, berichtet Gerd Müller, Wetterexperte aus Niebüll. „Dazu kommt ein sehr strammer Ostwind und die Tagestemperaturen bleiben im Minusbereich, das wird richtig unangenehm. Die erwarteten Minus drei Grad können sich da schnell wie Minus zehn Grad anfühlen. „Aber es gibt auch immer wieder schöne Momente mit blauem Himmel, wie es am gestrigen Dienstag der Fall war. Am Wochenende könne es zu Dauerniederschlägen kommen, so der Hobby-Meteorologe. Schnee im Februar sei jedoch keinesfalls ungewöhnlich.

Herausstechende Jahre waren 2013, da lag 37 Tage lang eine weiße Decke über Südtondern. Im Jahr 2010 waren es ganze 100 Tage und Höhen von bis zu 37 Zentimetern. „Bisher ist es in diesem Jahr ein ganz normaler Winter, nichts ungewöhnliches“, schließt Gerd Müller. „Man muss sich einfach nur entsprechend warm anziehen.“

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